Ehre, wem Ehre gebührt – Teil 1

GASTBEITRAG

An einen ehe­ma­li­gen Bürgermeister-Kandidaten 

Dar­über, war­um es rich­tig war …
… ihn nicht als Bür­ger­meis­ter zu wählen.

Herr Uwe Mül­ler – Sie als eine Per­son des öffent­li­chen Lebens, die Bür­ger­meis­ter von Gers­tun­gen wer­den woll­te – Sie stell­ten fest: „Kei­ner der kei­ne Ahnung von der Poli­zei­ar­beit hat … weiß gar­nicht von was er spricht.“ WIE BITTE? Gestat­ten Sie mir dar­auf eini­ge Fragen.

Das Zitat schrie­ben Sie am 19. Juli 2016 in der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr Gers­tun­gens, die ein ehe­ma­li­ger NPD-Chef anführt, die in sei­nem Sin­ne gegrün­det und geführt wur­de. Bele­ge zum Cha­rak­ter die­ser Bür­ger­wehr fin­den wir hier in einer am 19.04.2016 ver­öf­fent­lich­ten » Time­li­ne.

Prak­tisch stel­len Sie in Ihrem o. g. Face­book-Post das legi­ti­me Recht in Fra­ge, dass Frau Kün­ast (Bun­des­po­li­ti­ke­rin) eine ganz bestimm­te Fra­ge stellt. Darf sie das nicht? Darf sie nicht fra­gen, war­um in Würz­burg ein dem ers­ten Anschein nach Amok lau­fen­der Täter nicht zuerst bewe­gungs­un­fä­hig geschos­sen wird, statt ihn gleich zu töten.

Was ist so falsch an der Frage?

Dür­fen Men­schen kei­ne Fra­gen stel­len? Dür­fen wir uns nicht fra­gen, wel­chen psy­chi­schen Trau­ma Kin­der und Jugend­li­che aus Kriegs­ge­bie­ten unter­lie­gen? Glau­ben Sie nicht, dass wir das fra­gen soll­ten, um ihnen hel­fen zu kön­nen? Glau­ben Sie nicht, dass wir das fra­gen soll­ten, um Flucht­ur­sa­chen in ihrer gan­zen Grau­sam­keit benen­nen, besei­ti­gen zu kön­nen? Glau­ben Sie nicht, dass wir das fra­gen müs­sen, um wei­te­ren Opfern vorzubeugen?

Was soll die­ser (ihr o.g.) schlei­er­haf­ter Aus­druck aus­sa­gen? Mei­nen Sie damit viel­leicht: „Leu­te, die nicht Ihrer Frak­ti­on ange­hö­ren, sol­len sich gefäl­ligst zurück­neh­men bei der Mei­nungs­bil­dung“?

Herr Mül­ler, darf nicht die Fra­ge gestellt wer­den, war­um ein Täter, des­sen Aus­sa­gen enorm wich­tig gewe­sen wären, nicht zuerst nur außer Gefecht gesetzt wur­de? Ana­log zu ihren Wor­ten mei­ne ich – die­se Fra­ge sei mir doch als ehe­ma­li­gem Mili­tär und Offi­zier gestat­tet? Frau Kün­ast hat mir aus der See­le gesprochen.

Herr Mül­ler, ich erle­be Sie sozu­sa­gen als Beitragender
in der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr Gerstungens(!) – …

… einer Grup­pe, die schon lan­ge neben ihrer vor­geb­li­chen Auf­ga­be des „Bür­ger­schut­zes“ in ihrer Pra­xis ein poli­ti­sches Sprach­rohr zur gefähr­li­che Pau­scha­lie­rung gegen Leid­tra­gen­de von Krie­gen und huma­nis­ti­sche Per­so­nen­grup­pen unse­rer Gesell­schaft darstellte.

Sind Sie sich als ehe­ma­li­ger Poli­zist für gar nichts zu scha­de? GEHT’S NOCH? Herr Mül­ler – haben Sie kein kon­struk­ti­ve­res „Schlacht­feld“ als die Bür­ger­wehr-Platt­form zur Ent­wick­lung des gesell­schaft­li­chen Friedens?

Ich stel­le mir auch fol­gen­de Fra­gen: Wes­sen geis­ti­ge Kin­der hat Herr Ray­mond Walk noch in Eisen­ach hin­ter­las­sen – Herr Walk, ein Eisen­acher CDU-Poli­ti­ker mit Sitz im Land­tag, der schon mal (im Jahr 2015) mit der NPD in Eisen­ach ban­del­te? Wie ste­hen Sie per­sön­lich zu einem ganz bestimm­ten Bür­ger­wehr-Füh­rer, der wie­der­holt mit Inter­na-Infor­ma­tio­nen (der Poli­zei?) protzte?

Herr Mül­ler – sie reden von einem ganz nor­ma­len Job – dem Job des Poli­zis­ten. Ganz nor­ma­le Jobs haben auch Mil­lio­nen wei­te­rer Men­schen in Deutsch­land – ob Koch, Schlos­ser, Berufs­sol­dat, Bus­fah­rer, Arzt, Gebäu­de­rei­ni­ger, Piz­za­fah­rer, Berufs­po­li­ti­ker, Bestat­ter, Bür­ger­meis­ter, Rich­ter, Maschi­nen­be­die­ner, Bäcker, Bau­ar­bei­ter, Inge­nieur, Zei­tungs­aus­trä­ger, Flei­scher, CNC-Zer­spa­ner, Pro­gram­mie­rer, Alten­pfle­ger, Gemein­de­be­diens­te­ter, Pfar­rer, Mana­ger, Lage­rist, Kauf­mann, Lok­füh­rer, Stra­ßen­keh­rer, LKW-Fah­rer, Jour­na­list, Forst­ar­bei­ter, Vieh­züch­ter, Berg­mann, Tisch­ler, Instal­la­teur, Krankenschwester.

Jeder Job hat – wie wir Alle wis­sen – so sei­ne Spe­zi­fi­ka. Nie­mand ist „auf der Wurst­brü­he dahin geschwom­men“. ABER, Alle haben ihre kon­kre­te Ver­ant­wor­tung wahr­zu­neh­men – das ent­spricht ihrer momen­ta­nen Berufung.

Alle Men­schen haben ihre Erfah­run­gen auch im Job. Alle haben auch ihre Erfah­run­gen in der Gesell­schaft. Man­cher hat lei­der auch als Opfer so sei­ne Erfah­run­gen aus Din­gen, wie Ter­ror, Amok oder im Gegen­zug auch aus nicht sel­te­ner Poli­zei­ge­walt – so, wie auch ich ganz per­sön­lich Erfah­run­gen mit schlim­mer → Poli­zei­ge­walt erfah­ren musste.

Es gibt sie halt – sol­che & sol­che Polizisten.
Müs­sen wir das abhaken?

Herr Mül­ler – muss man das (Ihr o. g. Pro­blem) in einer rechts­ge­lei­te­ten „Bür­ger­wehr“ genann­ten Schutz­staf­fel pos­ten? Herr Mül­ler – fin­den Sie nicht eine ehren­haf­te­re Dar­stel­lung Ihres Pro­blems – haben Sie kein ehren­haf­te­res Forum, für Ihre Meinung?

Sie sind ein ehe­ma­li­ger Poli­zist. Poli­zist ist m.E. ein sehr ehren­haf­ter Beruf – Ehre gebührt aber dem Poli­zis­ten, der auch ehren­haft sei­ne Pflicht erfüll­te. Haben Sie ihren Dienst in Ehre und in vol­ler Pflicht­er­fül­lung wahr­ge­nom­men? Das set­ze ich vor­aus, wenn Sie sich als Bür­ger­meis­ter bewer­ben durften.

Den­ken Sie bit­te bei ihrer öffent­li­chen Stel­lung – bei ihrem heu­ti­gen Job als Beam­ter in einer öffent­li­chen Behör­de – über ihre Wor­te und ihre Rol­le in der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr nach – einer Bür­ger­wehr, die NIEMAND legi­ti­miert hat. Sie bege­ben sich sonst in die­ser „ehren­wer­ten“ Run­de eines oft­mals wenig kul­tur­vol­len Sprach­ge­brauchs auf das unters­te Niveau eini­ger geis­tig Enthemmter.

Bege­ben Sie sich auch auf deren poli­ti­sches Niveau?

Nun gut – dass die Mehr­heit der Gers­tun­ger Wäh­ler Sie nicht als Bür­ger­meis­ter gewählt hat, scheint in Ord­nung gegan­gen zu sein. EHRE, WEM EHRE GEBÜHRT. Ich emp­feh­le – man las­se Weis­hei­ten über Pflicht und Inter­na der Poli­zei wei­ter­hin dort, wo sie hin­ge­hö­ren – sofern sie einen rechts­staat­li­chen Cha­rak­ter haben bzw. ver­fol­gen.

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