Demokratiekonferenz

logo-demokratie-leben_2

AKTUELLES

Ger­stunger Vertreter des regionalen Bünd­nis gegen Rechts Wer­ratal e.V. waren geladen vom Lan­drat des Wart­burgkreis­es Rein­hard Krebs zur Demokratiekon­ferenz am 23.11.2016 in Bad Salzun­gen. Hier ein Bericht über die Kon­ferenz.

Demokratiekonferenz des Wartburgkreis

Zur Umset­zung des Bun­de­spro­gramm „Demokratie leben! Aktiv gegen Recht­sex­trem­is­mus, Gewalt und Men­schen­feindlichkeit“

logo-denkbunt_2Genan­ntes → Bun­de­spro­gramm fördert seit 2015 erfol­gre­ich ziviles Engage­ment und demokratis­ches Ver­hal­ten auf der kom­mu­nalen, regionalen und über­re­gionalen Ebene. Für 2017 plant die Bun­desregierung eine Weit­er­en­twick­lung des Pro­gramms und Erhöhung der Mit­tel auf 104,5 Mil­lio­nen Euro.

Der Pro­grammteil A des Bun­de­spro­gramms befasst sich mit lokalen Part­ner­schaften für Demokratie. Das Land Thürin­gen beteiligt sich an der Finanzierung mit dem Anspruch → “Denk Bunt” für mehr Demokratie, Tol­er­anz und Weltof­fen­heit.

Die Konferenz

logo-demokratie-leben_1Die Demokratiekon­ferenz fand am 23.11.2016 statt im Gym­na­si­um in Bad Salzun­gen. Im laufend­en Jahr gab es im Wart­burgkreis 24 ehre­namtliche Pro­jek­te, die durch genan­nte Pro­gramme finanziell mit ins­ge­samt 60.000 € unter­stützt wur­den.

Als Aus­richter der Kon­ferenz lud ein das Lan­drat­samt Wart­burgkreis vertreten durch den Lan­drat Rein­hard Krebs. Anliegen der Kreisver­wal­tung sei es, ein weltof­fenes und tol­er­antes Miteinan­der weit­er zu stärken. Weit­er­führende Infor­ma­tio­nen gibt es unter → www.demokratie-leben-wartburgkreis.de.

Die zir­ka 50 Teil­nehmer waren zivilge­sellschaftliche Akteure aus Poli­tik und Ver­wal­tung sowie Vertreter regionaler Aktio­nen und Vere­ine, die zurück­liegend als Pro­jek­t­träger inner­halb des Bun­de­spro­gramms in Erschei­n­ung trat­en. Es galt, aktuelle Her­aus­forderun­gen zur Bewäl­ti­gung der Demokratiege­fährdung, ins­beson­dere Aktiv­itäten gegen → Recht­sex­trem­is­mus zu disku­tieren und weit­er auszuricht­en.

Zur Kon­ferenz im Gym­na­si­um gab es in Arbeits­grup­pen zu diversen The­men und den Pro­jek­ten einen Erfahrungsaus­tausch. Die Pro­jek­te wur­den allen Teil­nehmern der Kon­ferenz präsen­tiert.

Ein wichtiges Resümee gab es in der Erken­nt­nis, die ver­schiede­nen lokalen Pro­jek­te kün­ftig zu ver­net­zen. Es gilt, effizien­ter zu wirken & Syn­ergieef­fek­te zu schaf­fen.

Demokratie leben — aktiv gegen Intoleranz

logo-denkbunt_1Das The­ma der Kon­ferenz zeigte, wie Demokratie an der Basis funk­tion­ieren kann. Der Begriff “Demokratie” — ja, natür­lich ist er nicht ein­fach zu fassen.

Eins ist aber Allen klar — funk­tion­ieren kann Demokratie nur durch aktives Mit­gestal­ten im All­t­ag. Es begin­nt bei den schein­bar ein­fach­sten Din­gen — und wenn es nur Hil­fen bei der Bewäl­ti­gung von All­t­agsprob­le­men sind.

Demokratie bedeutet auch in hohem Maße, human­is­tis­che Anliegen zu ver­fol­gen. Das heißt u.a., kom­pro­miss­los aktiv zu sein gegen den in der Gegen­wart ausufer­n­den Recht­sex­trem­is­mus, der mehr und mehr in → Recht­sradikalis­mus und im schlimm­sten Fall → Recht­ster­ror­is­mus ent­gleit­et.

Rechtsextremismus und Regionale Situation

logo-mobit_1Zur aktuellen, konkreten Sit­u­a­tion der recht­sex­tremen Szene im Wart­burgkreis gab es einen Gastvor­trag von einem Ref­er­enten des Vere­ins → MOBIT e.V. (Träger Mobile Beratung in Thürin­gen für Demokratie — Gegen Recht­sex­trem­is­mus).

Sicht­bar wurde das Wirken der Szene im Wart­burgkreis (1.) in regionalen Par­la­menten, (2.) in recht­sex­tremen Grup­pierun­gen und (3.) im Speziellen auch in der über­re­gion­al in der recht­en Szene ver­net­zten Bürg­er­wehr “Unter­suhl, Ger­stun­gen und Umge­bung”.

Ger­ade in der engen Führungsspitze genan­nter Bürg­er­wehr äußern sich seit langem durch Wort und Tat eine recht­sex­trem­istis­che Aus­rich­tung. Das zeigt auch eine → Time­line über ihr Wirken. Ins­beson­dere eine Vere­in­nah­mung von Jugendlichen und von regionalen gesellschaftlichen Aktiv­itäten im Sinne eines neu-recht­en, intol­er­an­ten, men­schen­feindlichen Welt­bildes ist ihr Ziel.

Aktivisten dieser Bürgerwehr

Ihr führen­der Pro­tag­o­nist — der als ehe­ma­liger NPD-Kreisvor­sitzen­der zuweilen abstre­it­et, recht­sex­trem ori­en­tiert zu sein — und Ger­stunger Mit­glieder divers­er neu-rechter Jugend­grup­pierun­gen des Wart­burgkreis­es, waren laut Mobit im Jahr 2016 wieder­holt Gast bei aus­gewiese­nen, extrem­istis­chen Nazi-Ver­anstal­tun­gen — u.a. in Eise­nach und in Hild­burghausen.

Zuhör­er des Vor­trags stell­ten u.a die Frage, inwieweit ein Abgleit­en des Recht­sex­trem­is­mus in Recht­sradikalis­mus zu beobacht­en sei. In der Prax­is gäbe es genü­gend Beispiele. Mobit e.V. betonte, eine reine wis­senschaftliche Erhe­bung und Unter­suchung recht­sex­tremer Aktiv­itäten vorzunehmen. Radikale oder ter­ror­is­tis­che Ausufer­un­gen unter­liegen dem Rechtssys­tem und der Gerichts­barkeit.

Eine weit­ere Frage war, ob ein insti­tu­tioneller Recht­setxremis­mus (in Behör­den oder staatlichen Insti­tu­tio­nen) im Wart­burgkreis zu beobacht­en sei. Schließlich sind Insti­tu­tio­nen eben­falls ein Spiegel­bild der Gesellschaft. Mobit e.V. kon­nte hierzu keine Aus­führun­gen machen.

Bündnis gegen Rechts

6d0af542e4-text_2016Das Ger­stunger “Bünd­nis gegen Rechts Wer­ratal” war eben­falls aktiv­er Teil­nehmer der Kon­ferenz. Das Bünd­nis fungierte als Pro­jek­t­träger des Fes­ti­val → “Laut gegen Rechts”.

Das Fes­ti­val leis­tete am 8. Okto­ber 2016 im Eise­nach­er Schlachthof mit viel Punk-Musik, Lyrik und Umrah­mung einen wichti­gen Wider­stand gegen recht­sex­treme Erschei­n­un­gen in Thürin­gen und im Wer­ratal. Es war ein Erfolg. Zum Fes­ti­val ging es nicht nur laut ein­her, son­dern auch gewaltig BUNT — gegen Rechts.

Eine Neuau­flage des Pro­jekt im Jahr 2017 ist in Pla­nung.

Fazit

Recht­sex­trem­is­mus, Ras­sis­mus und Anti­semitismus, die Her­aus­forderun­gen durch Islam- bzw. Mus­lim­feindlichkeit, Antizigan­is­mus, Ultra­na­tion­al­is­mus, Homo­pho­bie, gewalt­bere­it­er Salafis­mus bzw. Dschi­hadis­mus, linke Mil­i­tanz und andere Bere­iche zeigen die Vielzahl demokratie- und men­schen­feindlich­er Erschei­n­un­gen.

Wir müssen ihnen ent­ge­gen­treten und Demokratie leben, wenn sich Geschichte aus ein­er Zeit vor über 80 Jahren nicht wieder­holen soll.

Ver­weisen möchte ich an dieser Stelle auf das Demokratie-Pro­jekt bzw. die Ausstel­lung → “Angsträume”. Dieses Pro­jekt zeigt vierzehn doku­men­tierte Fälle recht­sex­trem­istis­ch­er Gewalt aus Saalfeld, Ball­städt und Tan­nro­da bis Erfurt, Jena und Weimar von 2012 bis 2015 auf. Die Son­der­ausstel­lung find­et statt im Bad Salzunger Muse­um am Gradier­w­erk und kann besucht wer­den bis zum 27.11. diesen Jahres.

Galerie — Impressionen von der Konferenz

  • Klick Voran­sicht + Nav­i­ga­tion: [F11] = Voll­bil­dan­sicht, [→] & [←] = Blät­tern vor & zurück, [ESC] = Schließen, [S] = Start/Stop Slideshow
  • Per­sön­lichkeit­srecht & Über­las­sung » Liesmich
  • Hin­weis zum Bilder-Down­load: Down­loads sind möglich. BEACHTE: Das dynamis­che Groß­bild ist nicht herun­ter­lad­bar. Zum Herun­ter­laden: Recht­sklick (über der Voran­sicht) und Öff­nen des Bildes in einem neuen Tab/Fenster. Zum Down­load im neuen Tab/Fenster Recht­sklick über dem Bild und Befehl “Bild spe­ich­ern unter”. Die Fotos sind groß­for­matig mit ein­er Auflö­sung ana­log zu 4K-Bild­schir­men und größer bzw. in 300 DPI erstellt im sRGB-Far­braum.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.