Über Hei­mat, Glau­be, Frie­den

GASTBEITRAG

Dar­über, war­um Mensch­lich­keit und Ver­stand nicht immer ein­her­ge­hen

Was macht Mensch­lich­keit aus?
Tole­ranz und Viel­falt.
Was macht die Welt aus?
Die Tat­sa­che ihrer Ver­letz­lich­keit.
Was macht Euro­pa aus?
Die Stär­ke jedes Ein­zel­nen.
Was macht Deutsch­land aus?
Die Viel­falt an Natio­na­li­tä­ten, Tra­di­tio­nen
und auch an Dia­lek­ten der Men­schen.
Die sinn­be­frei­te hasel­nuss­brau­ne AfD
for­dert Deutsch als Lan­des­spra­che?
Sie haben sich selbst vom Ver­stand befreit!
Sie haben sich radi­ka­li­siert gegen die Ver­nunft.
Nur – in wes­sen Inter­es­se?

Reden wir doch über den Glau­ben

Ist Glau­be eine Fra­ge des Stand­punk­tes?
Oder ist es eine Fra­ge umfas­sen­der Ver­nunft?
Was ist allei­nig und/oder all­ge­mein gül­tig?
Eine ganz bestimm­te Reli­gi­on oder Anschau­ung?
Fol­gen­de Epi­so­de hilft bei die­ser Über­le­gung.

Nasred­din Hod­scha leb­te im 13./14. Jahr­hun­dert.
Er war in isla­mi­schen & christ­li­chen Regio­nen
bekannt als Erzäh­ler pro­sai­scher Geschich­ten.
Er hat­te ein bezeich­nen­des Erleb­nis.

Nasred­din saß am Fluss­ufer,
als jemand vom ande­ren Ufer aus rief:
„Wie kom­me ich denn hier auf die ande­re Sei­te?“
Drauf ant­wor­te­te Nasred­din:
„Du bist auf der ande­ren Sei­te!“

Ja – was ist schon abso­lut? Nichts!
Außer, der ver­ewig­ten Wor­te Nasreddins,
dem Glau­ben an das ande­re Ufer,
dem Glau­ben an Wer­te, das Gute, das Tei­len.

Und wand­le nicht über­heb­lich auf der Erde,
denn du kannst weder die Erde durch­bre­chen,
noch kannst du die Ber­ge an Höhe errei­chen.“
(Kern­aus­sa­ge im Koran, Sure 17 Vers 37).

Und was sagt die christ­li­che Bibel dazu?
„Du sollst dir kein Bild­nis
noch irgend­ein Gleich­nis machen,
weder von dem, was oben im Him­mel,
noch von dem, was unten auf Erden,
noch von dem, was im Was­ser unter der Erde ist:
Bete sie nicht an und die­ne ihnen nicht!“

Und was meint der Athe­ist?
„Sei mensch­lich und tei­le.
Beden­ke:
Was trennt Men­schen? Unter­schied­li­che Maß­stä­be.
Was ver­lei­tet Men­schen? Dog­men und Unwis­sen.
Was eint uns? Die Sehn­sucht.
Was hält uns zusam­men? Das Tei­len.
Was lässt uns leben? Die Viel­falt.
Ver­kün­de:
Du sollst ver­su­chen, Ande­re zu ver­ste­hen.
Ler­ne zuerst Mensch­lich,
dann ande­re Spra­chen
und dann das Tei­len.“
www.wolle-ing.de/werkstatt/lyrik

Gibt es für Glau­ben einen uni­ver­sel­len Code?
Viel­leicht liegt er am ande­ren Ufer.
Viel­leicht ist dort der Glau­ben und unse­re Hei­mat.

Daher 10 Ver­se zur Hei­mat – im Namen des Lebens

Was ist Hei­mat? Eine man­nig­fal­ti­ge Welt,
die uns das gibt, was uns leben lässt!

Spie­len Zeit und Ort eine Rol­le?
Das Uni­ver­sum kennt kei­ne Gren­zen.

Für eine Welt wäre ich dank­bar,
wäre sie gut und dazu­ler­nend.

Es ist die Welt der Gat­tung Mensch,
in der Geist und Empa­thie vor­an­ge­hen.

Ist es eine natio­na­le Fra­ge(?) – doch
höchs­tens von völ­kisch Zurück­ge­blie­be­nen.

Zei­gen wir die­sen, was sie leben lässt.
Lasst sie Ver­nunft und Wis­sen erlan­gen.

Dann bekom­men auch die Beses­se­nen
ein Zei­chen für Gefüh­le und Hei­mat.

Wan­deln wir für eine lebens­wer­te Hei­mat
Hass in Respekt und Krie­ge in Frie­den.

Mäch­ti­ge, die Krie­ge und Ungleich­heit för­dern,
legt eure Macht ab und gewinnt eine Hei­mat.

Tei­len wir dan­kend Res­sour­cen der Welt,
dann ist sie ver­zei­hend Hei­mat für Alle.

Aber tei­len und gewin­nen kön­nen wir nur im Frie­den

Ich dach­te frü­her,
jeder Mensch will kei­nen Krieg,
bis ich erkann­te,
dass es wel­che gibt, die dar­an ver­die­nen.
Genau­so schlimm ist,
dass es wel­che gibt, die das mit­tra­gen.

Es sind nicht nur die Pro­fi­teu­re,
son­dern auch ihre brau­nen Büt­tel mit ihrem Hass.

Lie­be Freun­de einer fried­li­chen Welt,
Wisst ihr, was der Gre­gor kürz­lich mein­te,
als er sagt, die Welt­kriegs­ge­fahr sei aktu­ell
noch nie so groß, wie seit Ende des 2. Welt­krie­ges?

Er sprach etwas völ­lig unzwei­deu­tig aus:
Die Gefahr eines glo­ba­len Flä­chen­bran­des,
der wenigs­tens Euro­pa in kur­zer Frist
aus­lö­schen wür­de, sei heu­te grö­ßer,
als 1961 zum Mau­er­bau in Ber­lin,
als zur Kuba-Kri­se im Jahr 1962,
als 1983 im Zuge des Nato-Manö­vers Able Archer,
als in den vie­len Stell­ver­tre­ter­krie­gen.

Ich fürch­te, Gre­gor weiß, wovon er spricht.

Wor­auf wol­len wir wei­ter war­ten –
auf die Brau­ne Ban­de ver­eint mit dem Kapi­tal,
auf Hei­mat­mi­nis­ter ohne Sach­kennt­nis­se?
Wor­auf wol­len wir wei­ter set­zen –
auf Gro­Ko, 1. Rei­he, RTL-Die­ter ODER auf Action?
Action für Ver­nunft! Nur eine Frie­dens­be­we­gung
hält den o.g. Lauf wohl noch auf.

Was sprach doch Peter Kru­se († 01.06.2015)?
„Die Macht sitzt beim Nach­fra­ger
und nicht beim Anbie­ter! Die­se Dyna­mik
kann sich auch auf Poli­tik aus­wir­ken.
Bist du nicht wil­lig, so gebrau­che Geduld.“

Die­se Geduld führt nur zu Frie­den über ein Tun,
aber nicht über Feind­bil­der oder ein Aus­sit­zen.
Es bedarf nicht mehr als Geduld, statt Gewalt
sowie Reden, Tei­len, Tole­ranz und Respekt.

Schließ­lich zu einer Fra­ge von (Kriegs-)Ministern
mit Streich­höl­zern und Ben­zin­ka­nis­tern

Ihre Fra­ge: „Gehört der Islam zu die­sem Land?“

Was für eine geist­lo­se Fra­ge? Fra­gen wir bes­ser:
Gehört Deutsch­land zu einer Moder­ne der Zukunft,
in eine Neue Moder­ne? Will es dazu gehö­ren?

Die mus­li­mi­sche Wis­sen­schaft beein­fluss­te
fast jeden Zweig der Wis­sen­schaft und
spiel­te eine ent­schei­den­de Rol­le beim Auf­bruch
Euro­pas ins Zeit­al­ter der Renais­sance.

Die ein­füh­ren­de Fra­ge erle­digt sich allein
durch Arti­kel 4 des Grund­ge­set­zes.
Er ver­bürgt unum­stöß­lich die Frei­heit
von Reli­gi­on, Gewis­sen und Welt­an­schau­ung.

Uns soll­te Ande­res zu den­ken geben.
Die Geschich­te offen­bart uns für immer
die unglaub­lichs­ten Greul­ta­ten aus Men­schen­hand
her­vor­ge­bracht durch das Land, in dem wir leben.

Schon für Kreuz­fah­rer war Mas­sen­mord Fröm­mig­keit.
Das Land der Nazis über­traf alles Bis­he­ri­ge.
Wer war hier bar­ba­ri­scher? Ist das mei­ne Land?
NEIN!

Von wegen christ­li­ches Abend­land. Der Islam gehört
wie jede mono­the­is­ti­sche Reli­gi­on zu Euro­pa.
Die Blü­te­zeit der Wis­sen­schaft und Phi­lo­so­phie –
sie begann vor 1000 Jah­ren im mau­ri­schen Spa­ni­en.

Den­ke ich an Deutsch­land in der Nacht,
bekom­me ich ein­zig Trost in der Geschich­te.
Die Vor­den­ker Goe­the und Schil­ler sym­bo­li­sie­ren
Deutsch­land auch als Land der Dich­ter und Den­ker.

Die Gegen­wart aber zeigt uns vie­le Unbe­lehr­ba­re.
Geschich­te scheint sich zu wie­der­ho­len,
ent­ge­gen dem Schwur der Über­le­ben­den.
Ver­sa­gen­de Poli­ti­ker leis­ten Vor­schub.

Nein – Deutsch­land ist nicht mein Land!

UNSER LAND IST DIE ERDE.
Hier auf der Erde woh­ne ich und will ich sein.
Hier gibt es nur eine Stra­ße für uns alle –
die Stra­ße des Lebens durch Tei­len und Viel­falt.

Ego­zen­tri­sche Deut­sche zer­flei­schen sich der­weil.
Was sind Mei­nungs­un­ter­schie­de? Nichts Schlim­mes,
wenn denn der Mensch als Mensch sich dar­stellt
und nicht instinkt­ge­lei­tet ist, wie Tie­re.

Im Gegen­teil – Mei­nungs­un­ter­schie­de sind
Wert­vol­les, wenn man intel­li­gent damit umgeht.
Die Viel­falt – nur sie – ist der Grund
für unse­re Wei­ter­ent­wick­lung und Mensch­lich­keit.

Auch die Viel­falt an Reli­gio­nen in Deutsch­land
ist nichts Bedroh­li­ches – im Gegen­teil.
Wie sprach zu mir ein Scha­ma­ne am Bai­kal:
„Nur die Viel­falt lässt uns leben.“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.