Time­li­ne einer Bürgerwehr

Veröf­fent­licht: 19.04.2016 – aktua­li­siert: 15.07.2017

Wol­len / dür­fen wir men­schen­feind­li­che Aus­wüch­se tolerieren? 

Ein JA kann für uns alle nicht akzep­ta­bel sein. Nicht der Brand in Gers­tun­gen im Sep­tem­ber 2015 war dafür ver­ant­wort­lich, dass Gers­tun­gen ver­meint­lich in die rech­te Ecke gestellt wur­de. Wer genau hin­schaut, kann anhand der eige­nen Pro­mo­ti­on der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr in vie­len Medi­en erken­nen, dass sie selbst für die­ses Bild sorgten/sorgen. Sie sind sogar dar­auf stolz.

In die „rech­te Ecke“ wur­de Gers­tun­gen in der Öffent­lich­keit schon viel frü­her laviert – DURCH eine vul­gär und rechts­po­pu­lis­tisch agie­ren­de Bür­ger­wehr-Füh­rung und ihrer engs­ten Kum­pa­nen in der Bür­ger­wehr, aber auch durch ihre „Freun­de“ in der West­thü­rin­ger NPD und der AfD im Thü­rin­ger Land­tag. Sie alle mani­fes­tier­ten ihr Tun ganz bewusst unter den öffent­li­chen Medienanstalten.

War das im Inter­es­se Gers­tun­gens und der Werra-Region?

Was ist zu tun?

Es gibt auch die ande­re Sei­te Gers­tun­gens, das Posi­ti­ve, u. a. die brei­te Ver­eins­ar­beit, die wirt­schaft­li­che Ent­wick­lung in der Regi­on, das posi­ti­ve Orts­bild, das zumeist posi­ti­ve Neben­ein­an­der seit über 20 Jah­ren mit den Asyl­be­wer­bern, den vie­len Men­schen, die für Mit­mensch­lich­keit ste­hen. Dem gegen­über steht die wah­re Rol­le der Bürgerwehr.

Gers­tun­gen UND Rechts? Die enge­re Bür­ger­wehr-Füh­rung ver­folg­te schon immer die Stra­te­gie, die Geg­ner von Ultra­na­tio­na­lis­mus, Unmensch­lich­keit, Into­le­ranz und Frem­den­feind­lich­keit an den Pran­ger zu stel­len. Sie wol­len eine Demo­kra­tie nicht för­dern, son­dern sie zer­stö­ren. Ihre Wort­füh­rer – u. a. ein ehe­ma­li­ger NPD-Funk­tio­när – ver­wen­den dazu gän­gi­ge Werk­zeu­ge vul­gä­rer Beschimp­fun­gen und Belei­di­gun­gen. Ihre Geg­ner hät­ten Gers­tun­gen nach Rechts gestellt – sie unter­stel­len Anders­den­ken­den öffent­lich und ver­leum­de­risch per­ma­nent vom Grund auf erlo­ge­ne Din­ge. All das ver­sucht ihr Bür­ger­wehr-Füh­rer wie­der und wie­der »zu ver­kau­fen«. Dul­den wir das? Wenn JA – dann wäre Gers­tun­gen end­gül­tig Rechts …

UND Nie­mand wun­der­te sich mehr darüber.

Ver­ges­sen wir nicht!

Wer Leid­tra­gen­de öffent­lich als Vieh­zeug belei­digt, wer sich immer wie­der in vul­gärs­ter Form auf­führt als Men­schen­ver­ach­ter, Frem­den­feind, Gewalt­ver­herr­li­cher gegen Men­schen, gegen Anders­den­ken­de und Anders­ge­ar­te­te, der erfüllt den Tat­be­stand der Volks­ver­het­zung, der ist eben – ohne Wenn und Aber – Ras­sist, Nazi, ver­ach­tens­wer­ter ver­ba­ler Brand­schat­zer und Rechtsterrorist.“

Dabei wur­de Nie­mand in die rech­te Ecke gestellt.
Die­se Extre­mis­ten haben sich selbst dort­hin begeben.

Sol­chen Men­schen kön­nen, ja müs­sen wir auf Sach­ebe­ne, gewalt­frei und ohne Hass mit der Wahr­heit ent­ge­gen­tre­ten. Sie zer­stö­ren huma­nis­ti­sche Wer­te der Gesell­schaft und tre­ten ethisch-mora­li­sche Gebo­te mit den Füßen. Wir tun es bei Ach­tung des Prin­zips des Plu­ra­lis­mus unter den Men­schen – das ist unse­re Stär­ke – das beweist auch die Mit­glie­der­struk­tur unse­res Bündnisses.

NUR, die­se Linie zu Ihnen (den Rech­ten) wer­den wir nie über­schrei­ten. Gemein­sam aber mit allen plu­ra­lis­ti­schen, huma­nis­ti­schen Kräf­ten set­zen wir uns ein für Lösun­gen im Sin­ne einer demo­kra­ti­schen, einer fried­li­chen Welt, für Respekt und Ach­tung der Men­schen­wür­de, für wir­kungs­vol­le Migra­ti­on von Leid­tra­gen­den, aber auch die Bekämp­fung von Fluchtursachen.

Regio­na­ler Hin­ter­grund des Geschehens

Die­se Bür­ger­wehr grün­de­te sich vor fol­gen­dem regio­na­lem Hin­ter­grund, der im Grun­de im Wider­spruch zu ihrem vor­geb­li­chen Auf­tre­ten steht: 

Die Wer­ra-Regi­on in West­thü­rin­gen – mit­ten in Deutsch­land – ist kein sozia­ler Brenn­punkt. „Über den Dau­men“ hat die Wie­der­ver­ei­ni­gung der Mas­se der Men­schen hier gut getan. Die Arbeits­lo­sig­keit und Armut ist hier nicht son­der­lich hoch im Ver­gleich zu ande­ren Gegen­den in Deutsch­land (was nicht heißt, Miss­stän­de hier zu ver­nach­läs­si­gen). Star­ke sozia­le Pro­ble­me, wie sie vor allem gro­ße Bal­lungs­zen­tren in Deutsch­land ken­nen, sind hier rela­tiv unbe­kannt. In der Ver­wal­tungs­ge­mein­schaft Gers­tun­gen wur­de eine Men­ge geschaf­fen. Eige­nes Gym­na­si­um, neu­es Ärz­te­haus mit vie­len Pra­xen, über­all alters­ge­rech­tes Woh­nen, Bahn­hof, Schwimm­bad, vie­le Ein­kaufs­mög­lich­kei­ten, umfang­rei­cher Stra­ßen­bau, Mög­lich­kei­ten für Frei­zeit und Erho­lung, neue Sied­lungs­ge­bie­te für Eigen­hei­me, neue Gewer­be­ge­bie­te mit vie­len Arbeit­ge­ber – und mehr – das Alles in dem klei­nen Dorf (der Kern­ort mit 3700 Ein­woh­nern). Die Infra­struk­tur, die Wirt­schaft, das Dorf­bild, Ver­ei­ne, usw. Vie­les hat sich über die ver­gan­ge­nen 25 Jah­re zumin­dest für das Lebens­ge­fühl der Men­schen sehr posi­tiv entwickelt.

Im klei­nen Ort Gers­tun­gen gibt es ein Objekt einer ehe­ma­li­gen Grenz­kom­pa­nie. In die­sem Objekt leben seit über 20 Jah­re im Schnitt ca. 120 Asyl­be­wer­ber, vor­wie­gend Flücht­lin­ge aus Kriegs­ge­bie­ten. Das geschah sehr ein­ver­nehm­lich mit der Bevöl­ke­rung, über­wie­gend kon­flikt­frei, wenn auch ört­lich getrennt durch die ICE-Bahn­li­nie Erfurt-Frank­furt – bis zum letz­ten Jahr.

Da gab es im Ort im Früh­jahr 2015 paar (ca. 3-4) Ein­brü­che, die nach­weis­lich nicht über dem sta­tis­ti­schen Trend der Kri­mi­na­li­tät lagen. Ein oder zwei wur­den auf­ge­klärt – Täter waren wohl orga­ni­sier­te Koso­vo-Alba­ner. Die Ein­brü­che waren damals (schon vor ihrer Auf­klä­rung) der Start­schuss für eine ein­ma­li­ge Kam­pa­gne der dann neu gegrün­de­ten Bür­ger­wehr in Gers­tun­gen (Grün­dung im Mai 2015).

Kurz dar­auf (am 10.06.2015) fand eine Bür­ger­ver­samm­lung in Gers­tun­gen statt, an der der Thü­rin­ger CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ray­mond Walk teil­nahm. Ergeb­nis­se die­ser Ver­samm­lung waren: (1.) Die all­ge­mei­ne Angst in der Öffent­lich­keit vor schwe­ren Delik­ten war gewach­sen. Angst vor wem? (2.) Die in ihren künf­ti­gen Wir­kun­gen nicht ein­schätz­ba­re Bür­ger­wehr ging gestärkt aus der Ver­samm­lung her­vor. (3.) Die öffent­li­che Wahr­neh­mung, dass staat­li­che Exe­ku­ti­ve ohne Bür­ger­weh­ren ihre Auf­ga­ben nicht mehr wahr­neh­men kön­ne, wur­de gestärkt. (4.) Das Bild in der Öffent­lich­keit über einen ver­meint­li­chen, aber nicht vor­lie­gen­den Zusam­men­hang von Asy­lan­ten und Kri­mi­na­li­tät wur­de eben­falls gestärkt. Der Bür­ger­meis­ter bezog vor­erst kei­ne Stel­lung gegen die Bür­ger­wehr. Die­ser Aus­gang war das schlimms­te Worst­­Ca­se-­Sze­na­rio, das ein­tre­ten konn­te. Die Start­ram­pe für das Wir­ken der Bür­ger­wehr war zemen­tiert und errichtet.

Erin­nern wir uns in die­sem Zusam­men­hang an vie­le Fak­ten, die auch schon vor dem Haus­brand in Gers­tun­gen im Sep­tem­ber 2015 einen rechts­ex­tre­men Cha­rak­ter des Han­delns des Kerns der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr um ihren Front­mann ver­deut­lich­ten. Nach­fol­gend dazu aus­zugs­wei­se eine nach­weis­li­che Chro­nik bzw. Doku­men­ta­ti­on ihrer TATEN – eine doku­men­ta­ri­sche Nie­der­schrift, die bei Bedarf fort­ge­führt wird.


TIMELINE EINER BÜRGERWEHR  


Mai 2015: Die Face­book-Grup­pe „Bür­ger­wehr Untersuhl, Gers­tun­gen und Umge­bung“ grün­det sich. Eine ihrer ers­ten Vor­lie­ben ist es, eige­ne Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­ti­ken zu ent­wi­ckeln. Am 31.05.2015 erscheint ihr ers­ter Ein­trag in ihrer geschlos­se­nen Face­book-Grup­pe (*). Ein in Mili­tär­sa­chen geklei­de­ter Schüt­ze mit Pro­fiarm­brust im Anschlag (gemäß Pro­fil­bild (*) – Name liegt vor) gibt gleich im 3. Post die Rich­tung vor. Feder­füh­rend als Face­book-Admi­nis­tra­to­ren geben sich ein Untersuh­ler und der Ex-NPD-Chef des Wart­burg­krei­ses(*). Letz­te­rer war nach einer Recher­che von Mobit e.V. (Quel­le: Mobit e.V., Trä­ger der Mobi­len Bera­tung in Thü­rin­gen für Demo­kra­tie & gegen Rechts­ex­tre­mis­mus – sie­he Bei­trag → Im Wes­ten nichts Neu­es) seit 2001 amtie­ren­der NPD-Kreis­vor­stand. Bis heu­te steht er in engem Kon­takt zu NPD- und AfD-Funk­tio­nä­ren im Land Thü­rin­gen. Öffent­lich berich­tet er gele­gent­lich in der Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe über die­se Kon­tak­te. Sind die­se Kon­tak­te sei­ne „Quel­len“ für The­men sei­ner popu­lis­ti­schen Pro­pa­gan­da unter Facebook?

31.05.2015: Ein Geschwa­der­kom­man­deur von der Luft­waf­fe mel­det sich in der geschlos­se­nen Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe als neu­es Mit­glied zum Dienst (*). Soll man die­sen Ein­trag ernst nehmen?

31.05.2015: Der Mit­grün­der der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe ver­mel­det, dass bereits eine hal­be Stun­de nach Grün­dung der Grup­pe schon mehr als 350 Mit­glie­der exis­tie­ren und bedankt sich (*).

31.05.2015: Ein neu­es Mit­glied der Grup­pe bedankt sich dar­über, dass es zur Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe hin­zu­ge­fügt wur­de (*). Die Beto­nung liegt ggf. auf „wur­de“. Ken­ner der Face­book-Sze­ne wis­sen: 90% der Mit­glie­der schau­en äußerst sel­ten in ihr Pro­fil – man möch­te aber im Face­book-Trend dabei sein. Man legt sich halt pro­for­ma ein Pro­fil an, um auch mal schau­en zu kön­nen. Die Mas­se wuss­te am Anfang noch gar nicht, dass sie drin waren in der Bür­ger­wehr. Die neu­en Mit­glie­der der Bür­ger­wehr-Grup­pe wer­den in der Regel nicht um ein Ein­ver­ständ­nis gefragt. Die mit euro­päi­schem Recht nicht ver­ein­ba­ren Daten­schutz­be­stim­mun­gen von Face­book las­sen so ein Vor­ge­hen zu. Erleb­ten wir eine bei­spiel­lo­se, mas­sen­haf­ten Auf­nah­me und »Zwangs­re­kru­tie­rung« von Gers­tun­ger und aller mög­li­chen Bekann­ten und wie­der­um ihrer Face­book-Freun­de sowie „Freun­des-Freun­de“ in die­ser Grup­pe? Die Bür­ger­wehr-Füh­re­ung argu­men­tiert mit der vor­geb­li­chen Über­macht der Bür­ger­wehr, die den »Volks­wil­len« dar­stel­le. Die Mas­se der Bür­ger wür­den die­sen Wil­len in Gers­tun­gen tei­len. Sie sind stark an der Rea­li­tät vor­bei – sol­che Behaup­tun­gen. Bis in die Gegen­wart sind vie­le Gers­tun­ger wie­der aus­ge­tre­ten und durch neue Mit­glie­er aus der ent­spre­chen­den bun­des­wei­ten Sze­ne neu invol­viert wor­den. Man kann Tag für Tag ver­fol­gen, wie sie (um den Zah­len­stand von ca. 2700 Mit­glie­dern zu hal­ten?) unun­ter­bro­chen aus­wär­ti­ge »Gesin­nungs­ge­nos­sen«in die Face­book-Grup­pe der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr aufnehmen.

31.05.2015: Bericht­erstat­tun­gen fol­gen noch am glei­chen Tag über das Schaf­fen der „Fach­kräf­te“ (Bür­ger­wehr-Sprach­ge­bauch) – wie sie die Asyl­be­wer­ber in einer gän­gi­gen »Bür­ger­wehr-Spra­che« beschrei­ben. Berich­te über gehei­me Zei­chen auf Brief­käs­ten, die bis heu­te Nie­mand bele­gen konn­te, fol­gen. In Berka/Werra wer­den sogar spie­len­de Kin­der bei einem Volks­fest über die­se Zei­chen unter­rich­tet. Asyl­be­wer­ber wer­den öffent­lich doku­men­tiert und in das Netz gestellt. Ein Bericht fragt mit Bezug auf gesich­te­te Asyl­be­wer­ber: „Könnt ihr die zuord­nen? Vom aus­se­hen her… pas­sen die von der grö­ßer her in mei­nen piz­zao­fen?“ (Feh­ler übernommen; *). 

Anfang Juni 2015: Die Bür­ger­wehr­füh­rer machen wei­ter mobil, nut­zen u. a. ihren star­ken Ein­fluss im Untersuh­ler Jugend- und Kul­tur­ver­ein, nut­zen auch ihre Netz­wer­ke zu ande­ren Bür­ger­weh­ren und rechts­ex­tre­men Grup­pen und holen in mas­sivs­ter Form in bes­ter »Ket­ten­brief-Kul­tur« inner­halb weni­ger Tage über 2500 Mit­glie­der in die geschlos­se­ne Gruppe.

01.06.2015: Die Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe ver­öf­fent­licht einen Post mit einer Beschrei­bung des Zwecks der Face­book-Grup­pe (*). Man distan­ziert sich dar­in von jeg­li­cher poli­ti­scher Ver­ein­nah­mung. Die fol­gen­den Mona­te zei­gen ein ande­res Bild der Moti­ve füh­ren­der Mit­glie­der der Grup­pe – ganz ein­fach ein Bild geprägt von Frem­den­hass und poli­ti­scher Ori­en­tie­rung am Rechtsextremismus.

03.06.2015: Gers­tun­gens Bür­ger­wehr beginnt nächt­li­che Strei­fen, um ver­däch­ti­ge Per­so­nen mit aus­län­di­schem Aus­se­hen fest­zu­stel­len und in der Face­book-Grup­pe die­se Per­so­nen mit Beschrei­bun­gen zu mel­den. Ins­ge­samt ist fest­zu­stel­len – die hoch erschei­nen­de Zahl der Face­book-Mit­glie­der täuscht völ­lig hin­weg über die Anzahl der wirk­li­chen Sym­pa­thi­san­ten und im Wei­te­ren der Anzahl der eigent­lich aktiv per Strei­fen und popu­lis­tisch agie­ren­den Mit­glie­der. Bei letz­te­ren han­delt es sich ca. um einen Kern von schät­zungs­wei­se 20 Leuten.

04.06.2015: Ers­te Posts unter­stel­len der regio­na­len Pres­se Ver­tu­schung bei Kri­mi­na­li­täts­de­lik­ten. Schnell gera­ten auch Poli­zei sowie regio­na­le und Lan­des­po­li­ti­ker quer durch die Par­tei­en­land­schaft in ihr Visier per „hart“ for­mu­lier­ter, jeg­li­che Kul­tur ent­beh­ren­der Unter­stel­lun­gen in fäka­ler Wort­wahl (*). Genau die­ser Vor­gang setzt sich bis in die Gegen­wart fort wie ein roter Faden. 

06.06.2015: ZAHLEN um die Bür­ger­wehr Gers­tun­gen (*): Die Bür­ger­wehr-FB-Grup­pe wur­de Ende Mai 2015 gegrün­det. Von den Mit­glie­dern laut Stand 14.06.2017 wur­den am 31.Mai 2015 993 Mit­glie­der rein­ge­holt in die Grup­pe. Am 1. Juni 2015 waren es 309 usw.. In der 1. Woche der Exis­tenz der Grup­pe wur­den ins­ge­samt ca. 2500 Mit­glie­der (unge­fragt) hin­zu­ge­fügt – rei­ne Fleiß­ar­beit(!) und Ket­ten­brief-Funk­ti­on. Jeden Tag des Bestehens der Grup­pe hol­te allein der Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­de) im Durch­schnitt mehr als 1 Mit­glied rein (ins­ge­samt von den heu­ti­gen Mit­glie­dern 816). Die über­re­gio­na­le Struk­tur die­ser vom Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­den rekru­tier­ten 816 Mit­glie­der lässt Rück­schlüs­se zu auf das ange­streb­te Poten­zi­al an into­le­ran­ten Kräf­ten, auf Ver­net­zun­gen und Zie­le der Bür­ger­wehr – Zie­le, die noch heu­te ver­folgt werden.

10.06.2015: Öffent­li­che Podi­ums­dis­kus­si­on zur Sicher­heit im Wer­ra­tal auf dem Gers­tun­ger Schloss­hof unter Feder­füh­rung der Thü­rin­ger All­ge­mei­ne (Pres­se) sowie Betei­li­gung des Land­rats Rein­hard Krebs, des Gers­tun­ger Bür­ger­meis­ters Wer­ner Har­tung, wei­te­rer Bür­ger­meis­ter der Wer­ra­re­gi­on, füh­ren­der Poli­zei-Ver­tre­ter und dem stell­ver­tre­ten­den Vor­sit­zen­den des Innen­aus­schus­ses im Land­tag, Ray­mond Walk (CDU). Die Füh­rung der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen ist nicht anwesend.

14.06.2015: Ein Spon­sor spen­det Gers­tun­gens Bür­ger­wehr 21 T-Shirts mit der Auf­schrift „Bür­ger­wehr Untersuhl, Gers­tun­gen & Umge­bung“. Fort­an trägt der Kern der Bür­ger­wehr-Grup­pe bei öffent­lich­keits­wirk­sa­men Auf­trit­ten dem Cha­rak­ter einer Uni­for­mie­rung gemäß die­se T-Shirts.

17.06.2015: Eine Bür­ger­wehr-Akti­vis­tin meint in der Face­book-Grup­pe, es müs­se noch viel Auf­klä­rung bei den Bür­gern betrie­ben wer­den. Vie­le älte­re Leu­te wür­den den Hin­ter­grund die­ser Bür­ger­wehr nicht ken­nen und hät­ten Angst (*). Die­se Bür­ger­wehr-Spre­che­rin ver­gisst gege­be­nen­falls, dass gera­de die­se älte­ren Leu­te oft selbst als → Ver­trie­be­ne nach Gers­tun­gen kamen. Sie haben ihr eige­nes Schick­sal nicht ver­ges­sen. Auch in Gers­tun­gen soll­te jeder 3. Haus­halt rück­bli­ckend in sei­ner Fami­lie einen Flucht­hin­ter­grund aus dem dama­li­ge Ereig­nis haben. Und – die­se Älte­ren ken­nen auch die unheil­vol­len Schutz­staf­feln in der Zeit des Nationalsozialismus.

18.06.2015: Mit­glie­der der Bür­ger­wehr lan­cie­ren zuneh­mend in der Face­book-Grup­pe Tat­sa­chen zur regio­na­len Kri­mi­na­li­tät so, dass in jedem Fall der Ver­dacht ohne vor­an­ge­gan­ge­ne Ver­fah­ren auf Asyl­be­wer­ber gelenkt wird (*). Der Hass wird gesät durch ver­stärk­te unzu­läs­si­ge Pau­scha­lie­run­gen in der Öffent­lich­keit. Wer Asyl­be­wer­ber pau­schal ver­dammt, der demas­kiert sich selbst. Ihr zuneh­mend geäu­ßer­ter Hass scheint Dog­men-gelei­tet. Ihr Han­deln bestim­men Vor­ur­tei­le und Blo­cka­den in ihren Gehir­nen, aber nicht ein mensch­li­ches Suchen nach Ant­wor­ten und vor allem kein Betrach­ten eige­ner Feh­ler. Was bei Hass­bür­gern und ihrer Frem­den­feind­lich­keit zuneh­mend ver­schwin­det, ist zuerst die Moral – genau wie im Krieg. Sich öffent­lich pau­schal gegen Flücht­lin­ge zu wen­den, wie ab die­sem Zeit­punkt die Bür­ger­wehr-Sprach­roh­re, wür­de ver­gleichs­wei­se bedeu­ten, gegen Unfall­op­fer zu demons­trie­ren, anstatt gegen die Raser.

Sie ver­ur­tei­len die Kriegs- und Elends­op­fer, anstatt Kriegs­trei­ber- und profiteure.

21.07.2015: Die in Untersuhl ehren­amt­lich betrie­be­ne Inter­net-Zei­tung und Chro­nik zum Ort „UiZ“ (Untersuh­ler Inter­net-Zei­tung) beschreibt die Situa­ti­on im Ort im Arti­kel „Neu­er Rechts­ex­tre­mis­mus mobi­li­siert den Mob.“ Gleich­zei­tig wer­den in dem Bei­trag Zusam­men­hän­ge sicht­bar zur Rol­le von sozia­len Medi­en, Hin­ter­grün­den des Gesche­hens um Bürgerwehr(en), wach­sen­dem Rechts­ex­tre­mis­mus und Frem­den­feind­lich­keit in Deutsch­land (Quel­le: UiZ-Arti­kel: „Face­book und die Demo­kra­tie“, genann­te Arti­kel heu­te vor­lie­gend als PDF-Dokument).

24.07.2015: Focus Online ver­öf­fent­licht (Quel­le Focus-Online 24.07.2015, FOCUS-Online-Auto­rin Ame­lie Brei­ten­hu­ber) eine Ein­schät­zung vom GdP-Chef Christ (Gewerk­schaft der Poli­zei) über Bür­ger­weh­ren in Thü­rin­gen. „Sie lau­fen Strei­fe, stop­pen Autos und jagen Men­schen“. Die Mit­glie­der gehör­ten teil­wei­se der rech­ten Sze­ne an. Für Christ hät­ten die Bür­ger­weh­ren einen rech­ten Bei­ge­schmack. Bei einem Mit­glied aus Gers­tun­gen han­de­le es sich zum Bei­spiel um eine poli­zei­be­kann­te Per­son aus dem rech­ten Spek­trum. Ein­brü­che wür­den ger­ne Asyl­be­wer­bern oder Flücht­lin­gen in die Schu­he gescho­ben. Sie wür­den ohne Bewei­se ver­bal ver­ur­tei­len – teil­wei­se direkt ange­pran­gert im Inter­net. Für ver­meint­li­che Täter kön­ne dies schlim­me Fol­gen haben.

Juli 2015: Der Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) brüs­tet sich, dass die Medi­en bei ihm „Schlan­ge ste­hen“. Fern­seh­sen­der wie über­re­gio­na­le Zei­tung machen sich nach­ein­an­der mit sei­ner Hil­fe ein Bild in Gers­tun­gen über die neu gegrün­de­te Bür­ger­wehr und berich­ten dem­entspre­chend. Die Bür­ger­wehr-Füh­rer geben den Medi­en vor, gegen eine stei­gen­de Kri­mi­na­li­tät einen Selbst­schutz zu orga­ni­sie­ren. Die Medi­en­ver­tre­ter erken­nen zumeist sehr wohl, dass Frem­den­hass und ultra­na­tio­na­lis­ti­sche Leit­li­ni­en die eigent­li­che Moti­va­ti­on des engen Füh­rungs­krei­ses die­ser Bür­ger­wehr bil­den. In Gers­tun­gen gibt es seit über 20 Jah­ren eine Asyl­be­wer­ber­heim. Das Zusam­men­le­ben mit den Men­schen, die vom Ort abge­grenzt ähn­lich einem Ghet­to unter­ge­bracht sind, gestal­te­te sich nicht immer kon­flikt­los, aber bis­her ohne grund­le­gen­de Schwierigkeiten.

Die Bür­ger­wehr-Füh­rung rückt seit dem Früh­jahr 2015 durch ihr Han­deln den Ort Gers­tun­gen für die öffent­li­che Wahr­neh­mung zuneh­mend in die Rech­te Ecke.

24.07.2015: Die Bür­ger­wehr ver­mel­det Tuber­ku­lo­se-Aus­brü­che in Asyl­be­wer­ber­hei­men in Weni­gen­lupnitz und Gers­tun­gen (*). Die Mel­dung wird sei­tens der Behör­den bereits am nächs­ten Tag wider­ru­fen. Es hat Metho­de – das scham­lo­se Aus­nut­zen und Spiel mit der Angst der Men­schen – das Streu­en von Halb­wahr­hei­ten, Gerüch­ten, Lügen. Der Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Chef von Eisen­ach) schließt sei­ne Mel­dung mit dem Satz: „Jetzt hört der Spass auf hier!!! Ich mach denen Licht ans Fahr­rad, …“ (Schreib­feh­ler über­nom­men). Zu den Falsch­mel­dung in die­ser Form gesellt sich in der Regel ver­ba­le, gewalt­för­dern­de Aufwiegelung.

31.07.2015: Die für ihre bun­des­wei­ten ver­ba­len Brand­schat­zun­gen ihrer bes­ten Prot­ago­nis­ten bekann­te AfD bekennt sich wie­der­holt öffent­lich lobend zu den Akti­vi­tä­ten der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr – u. a. am 31.07.2015 auf ihrer Web­site (afd-thueringen.de).

07.08.2015: Ein Jour­nal zur Infor­ma­ti­on zur extre­men rech­ten Sze­ne in Thü­rin­gen »thueringen-rechtsaussen.net« berich­tet im Arti­kel „AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Herold mit Lob für Neo­na­zis und Gewalt­phan­ta­si­en“ über gegrün­de­te Bür­ger­weh­ren. Aus ihrer Unter­stüt­zung für die selbst­er­nann­te Bür­ger­wehr mache Corin­na Herold auch sonst kein Geheim­nis im Face­book-Forum die­ser Bür­ger­wehr. Dass die Bür­ger­wehr von einem extrem Rech­ten ange­führt wird, der schon vor über 15 Jah­ren eine zen­tra­le Figur der extrem rech­ten Sze­ne im Wart­burg­kreis war, schei­ne Herold nicht zu stören.

01.08.2015: Quel­le Süd­deut­sche Zei­tung (Anto­nie Rietz­schel, 01.08.15, SZ): Im SZ-Arti­kel „Eine Bür­ger­wehr macht Angst“ wird über die in Gers­tun­gen for­mier­te Bür­ger­wehr berich­tet. Ihr Bür­ger­wehr-Füh­rer lie­fer­te ihnen das Fut­ter für ein Bild, was Gers­tun­gen in ein gewis­ses Licht führt. Die SZ berich­tet dar­über, wie die Bür­ger­wehr ihre eige­ne Kri­mi­na­li­täts­sta­tis­tik füh­re. Das Miss­trau­en wür­de vor allem gegen Migran­ten gerich­tet. Vie­le Ver­däch­ti­gun­gen wür­den auf­ge­stellt und als ver­meint­li­che Tat­sa­chen gestreut. Bei­trä­ge wur­den mitt­ler­wei­le wie­der gelöscht, nach­dem sie in der media­len Bericht­erstat­tung auf­ge­taucht waren. Der Spre­cher der Bür­ger­wehr in Gers­tun­gen (Ex-NPD-Chef von Eisen­ach) hät­te bestä­tigt, dass sie ursprüng­lich von der Face­book-Sei­te stamm­ten. Er mache kei­nen Hehl aus sei­ner Frem­den­feind­lich­keit. Sie sug­ge­rie­ren, dass man das Pro­blem selbst anpacke.

07.08.2015: Die Face­book-Grup­pe »Gers­tun­gen gegen Rechts« wird in das Leben geru­fen. Sie ver­deut­licht die ande­re Sei­te auf­rech­ter Gers­tun­ge­ner, die für Mit­mensch­lich­keit, Tole­ranz und Lösun­gen bei der Migra­ti­on ein­tre­ten. Die Grup­pe beschreibt ihr Mot­to wie folgt: „Wir haben kei­ne Lust auf Het­ze gegen Men­schen, die aus ande­ren Län­dern kom­men und hier Asyl und Hil­fe suchen. Asyl ist Men­schen­recht! Refu­gees Welcome!“

17.08.2015: Quel­le Thü­rin­ger All­ge­mei­ne (Klaus Wug­ga­zer, 17.08.16, TA): Im TA-Arti­kel „Ray­mond Walk sieht Gers­tun­ger Bür­ger­wehr mit Skep­sis“ wird berich­tet, dass der Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Ray­mond Walk (CDU) die Arbeit der Bür­ger­wehr in Gers­tun­gen mit Skep­sis sieht. Es gäbe Zei­chen, dass es der Bür­ger­wehr nicht um die Sicher­heit gehe. Es sol­le offen­bar Stim­mung erzeugt wer­den gegen Flücht­lin­ge. Mehr­fach tauch­ten auf der Face­book­sei­te der Bür­ger­wehr frem­den­feind­li­che Kom­men­ta­re auf. Die Gewerk­schaft der Poli­zei (GdP) sehe dies kri­tisch. Mit­glie­der der Grup­pe wür­den bei Kon­trol­len ihre Kom­pe­tenz über­schrei­ten und ins staat­li­che Gewalt­mo­no­pol ein­grei­fen, sag­te GdP-Lan­des­chef Rüdi­ger Christ. Angeb­lich Ver­däch­ti­ge wür­den im Netz angeprangert.

20.08.2015: → Offe­ner Brief an die Gemein­de­ver­wal­tung (liegt als PDF-Doku­ment vor). Ein Gers­tun­ge­ner macht öffent­lich die Gemein­de­ver­wal­tung Gers­tun­gen dar­auf auf­merk­sam, dass Gers­tun­gen ein ande­res, viel bes­se­res Gesicht hat, als das, was NPD-Chef Wieschke & sei­ne Kom­pa­gnons aus dem Füh­rungs­kreis der Gers­tun­ge­ner Bür­ger­wehr seit Mona­ten bun­des­wei­ten Medi­en ver­mit­teln. Der Brief bleibt unbe­ant­wor­tet. Wird die Bür­ger­wehr unter der Obhut der Gemein­de­ver­wal­tung gesellschaftsfähig?

20.08.2015: Der Haupt­prot­ago­nist der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr (Ex-NPD-Chef von Eisen­ach), ver­brei­tet in sei­ner Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe Lügen über einen Untersuh­ler, einem erklär­ten Geg­ner von Rechts­ex­tre­mis­mus und Aus­gren­zung (*). Nichts Neu­es – per­sön­li­che Angrif­fe unter der Gür­tel­li­nie gegen Mit­glie­der des Bünd­nis­ses gegen Rechts Wer­ra­tal e.V. (in Grün­dung) ste­hen immer auf der Agen­da der Bür­ger­wehr-Spre­cher. Wir sehen in die­ser Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe von ganz bestimm­ten Leu­ten ein immer wie­der­keh­ren­des Jagd­sze­na­rio einer­seits auf Ein­hei­mi­sche, die sich nicht der Bür­ger­wehr fügen UND ande­rer­seits auf Leid­tra­gen­de von Krie­gen und ver­fehl­ter Entwicklungspolitik.

UND – man neh­me die­se Fak­ten im Kon­text mit den Fol­gen geis­ti­ger Brand­schat­zung! Das ist das eigent­lich Schwer­wie­gen­de, denn es ist letzt­lich eine rechts­ter­ro­ris­ti­sche Wegbereitung!

29.08.2015: NPD-Demons­tra­ti­on in Eisen­ach (Thü­rin­gen) – mit dabei sei­tens des NPD-Auf­mar­sches Mit­glie­der der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr (Nachweis/Quelle: → Recher­che Nord). Die Bür­ger­wehr-Füh­rung steht in engem Kon­takt zum Eisen­acher NPD-Chef Patrick Wieschke und dem Lan­des­vor­sit­zen­der der NPD in Thü­rin­gen Tobi­as Kammler.

19.09.2015: Auf­tritt des Gers­tun­ger Gemein­de­rats­mit­glieds Ralf Schü­ler in der Pres­se zu einem Geg­ner der Bür­ger­wehr. Öffent­lich beschul­digt Herr Schü­ler in einem Zei­tungs­ar­ti­kel der Thü­rin­ger Zei­tungs­grup­pe (Quel­le: Jen­sen Zlo­to­wicz, TLZ, 19.09.2015, Arti­kel „Wir sind alle ein biss­chen Baruf­ke“) den Untersuh­ler der Beschä­di­gung des Anse­hens des Jugend- und Kul­tur­ver­eins. Er dif­fa­miert und belei­digt ihn öffent­lich mit wei­te­ren Unwahr­hei­ten über sei­ne Per­son. Fra­gen ent­ste­hen. Das Gemein­de­rats­mit­glied Ralf Schü­ler – ein Unter­stüt­zer und För­de­rer der Bür­ger­wehr? Wie sah sei­ne Hal­tung zu Rechts­ex­tre­mis­mus in der Ver­gan­gen­heit aus? Das Bünd­nis gegen Rechts Wer­ra­tal e.V. nimmt sofort eine → Gegen­dar­stel­lung vor. Der Beschul­dig­te selbst über­mit­telt auf­grund der poli­ti­schen Dimen­si­on des Auf­tritts von Ralf Schü­ler eine schrift­li­che Gegen­dar­stel­lung an alle Gemein­de­rats­mit­glie­der (am 18.10.2015, liegt als PDF-Doku­ment vor). Den Vor­wurf voll­zog Ralf Schü­ler unge­ach­tet der Beob­ach­tun­gen vie­ler wei­te­rer Betei­lig­ter sowie Medi­en und des Eigen­ver­schul­dens eini­ger Mit­glie­der des Jugend- und Kul­tur­ver­eins (u.a. mit dem Zei­gen natio­nal­so­zia­lis­ti­scher Sym­bo­le). Genau die Medi­en, die zuvor beim Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) Schlan­ge stan­den, beob­ach­te­ten sehr wohl selbst das Vor­ge­fal­le­ne zur Untersuh­ler Kir­mes und berich­te­ten zeit­nah bun­des­weit dar­über. Die Pan­ora­ma-Sen­dung des NDR berich­te­te im Nach­trag vor eini­gen Tagen dazu. In der Bericht­erstat­tung von Pan­ora­ma zu Gers­tun­gen gin­ge es damals weni­ger um das Motiv des Brand­stif­ters als viel­mehr um den Umgang eini­ger Gers­tun­ger mit einem Brand im Ort weni­ge Tage zuvor. Von Betrof­fen­heit war bei Jenen wenig zu spü­ren. An einem Wagen bei einem Kir­me­s­um­zug hieß es spöt­tisch auf einem Pla­kat: „Abge­brannt ist uns’re Hüt­te. Gebt uns Asyl, bit­te, bit­te! Aber kein Con­tai­ner, nein. Kann es viel­leicht ein Schlöss­chen sein?“ Das im Nach­gang publi­zier­te Schnee­wit­chen-Mär­chen zu die­sem Bild konn­te man glau­ben oder auch nicht – ent­schei­dend war das zuerst in der Öffent­lich­keit Wahr­ge­nom­me­ne. Wenig sen­si­bel zeig­te sich damals auch die Dorf­ju­gend, als sie für das Kir­mes-Grup­pen­fo­to posier­te: „Und jetzt alle mal den rech­ten Arm hoch“, sprach ihr Anfüh­rer. In Inter­views sahen damals eini­ge Gers­tun­ger eine gewis­se Berech­ti­gung für den Brand­an­schlag. Die Fra­ge, woher die­se geäu­ßer­te inne­re Gesin­nung eini­ger Mit­glie­der der Ver­eins­ju­gend kommt, birgt aber im Hin­ter­grund plau­si­ble Ant­wor­ten, über die Nie­mand spre­chen möch­te. Ob Herr Schü­ler als lang­jäh­ri­ger Ver­eins­vor­sit­zen­der oder die Bür­ger­wehr-Füh­rung viel­leicht Ant­wor­ten haben?

11.10.2015: Eine bun­te Grup­pe sich zufäl­lig getrof­fe­ner Bür­ger aus Gers­tun­gen radelt bei bes­tem Wet­ter eine Tour durch das Wer­ra­tal. Sie zeig­ten kla­re Kan­te gegen den kal­ten, herbst­li­chen Wind. Die Fahr­rad­freun­de erleb­ten eine son­ni­ge und BUNTE Herbst­land­schaft um das Wer­ra­tal. Sie ver­brei­te­ten auch selbst BUNTE sowie ganz ein­fach mensch­li­che und welt­of­fe­ne Bot­schaft im Wer­ra­tal – mit­ten in einer Zeit maß­lo­ser Frem­den­feind­lich­keit und bun­des­wei­ter rechts­ter­ro­ris­ti­scher Anschlä­ge. Zur Kir­mes in Her­da bot sich ihnen ein ganz beson­de­res Bild – die Schu­le Her­da geklei­det in BUNTEN Fah­nen. Was für ein Zei­chen für alle Kir­mes­be­su­cher. Was für ein Kon­trast zu Gers­tun­gen. Zurück auf dem Markt in Gers­tun­gen wur­de die Rad­ler­grup­pe von meh­re­ren PKW’s mit füh­ren­den Bür­ger­wehr-Mit­glie­dern tan­giert und ver­bal laut­stark als „Anti-Faschos“ betitelt.

14.10.2015: In der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr dif­fa­miert einer ihrer Füh­rer völ­lig halt­los das Gemein­de­rats- und Kreis­tags­mit­glied Har­ry Weg­hen­kel (auch Mit­glied im Bünd­nis gegen Rechts Wer­ra­tal) in schwers­ter Form (*). Wur­de hier öffent­li­cher Ruf­mord betrie­ben? Genau­so wer­den seit Mona­ten auch ande­re Gers­tun­ger, die gegen Rechts klar Posi­ti­on bezie­hen, von ihnen behan­delt, belei­digt, ver­leum­det. Wer mit dem rech­ten Mob nicht mit­zieht, der steht im Abseits – und in ihrem Faden­kreuz. Wer den Mund auf­macht, wird irgend­wie bedroht. Bleibt nur die Kapitulation?

Mar­schie­ren bald Schutz­staf­feln ohne Legi­ti­ma­ti­on im Gleich­schritt in Stie­feln – mit Knüp­pel und Pis­to­le am Koppel?

14.10.2015: NPD-Auf­marsch in Gers­tun­gen im Orts­teil Untersuhl vor der Spie­lo­thek »Bin­go«. Gers­tun­gen in brau­nen Far­ben. Der Lan­des­vor­sit­zen­der der NPD in Thü­rin­gen Tobi­as Kamm­ler instru­men­ta­li­ser­te eine bis heu­te unauf­ge­klär­te Aus­ein­an­der­set­zung mit Asyl­be­wer­bern im »Bin­go« in Untersuhl und rief zu einer frem­den­feind­li­chen Akti­on in Gers­tun­gen im Orts­teil Untersuhl auf. Die gute Nach­richt: Der Bür­ger­meis­ter befand sich zu Beginn des NPD-Auf­mar­sches auf Sei­ten der Gegen-Demons­tra­ti­on gegen Rechts – jeden­falls steht er da. Die schlech­te Nach­richt: Die Bür­ger­wehr-Füh­rung Gers­tun­gens zeigt Flag­ge für Nazis – der NPD. Sind sie der neue »Saal­schutz« der vul­gä­ren Natio­na­lis­ten der rechts­ra­di­ka­len Sze­ne der Wer­ra-Regi­on? Unter ihnen der Bür­ger­wehr-Front­mann, beken­nen­der Bür­ger­wehr-Prot­ago­nist und ehe­ma­li­ger Eisen­acher NPD-Chef. Poli­zis­ten ste­hen im Kräf­te­ver­hält­nis von 1:1 bei den Gegen­de­mons­tran­ten(!). Ver­fas­sungs­feind­li­che und neu-rech­te Paro­len ertö­nen in den Reden der NPD-Füh­rer. Ein gesell­schaft­lich sehr aner­kann­tes und huma­nis­tisch gepräg­tes Gemein­de­rats­mit­glied – Har­ry Weg­hen­kel – wird über einen lan­gen Rede­zeit­raum vom Thü­rin­ger NPD-Chef Tobi­as Kamm­ler in schlimms­ter Ruf­mord-Manier öffent­lich gebrand­markt. Immer wie­der und immer wie­der. Hat er sei­ne vor­geb­li­chen Erkennt­nis­se von der Gers­tun­ger Bürgerwehr-Führung?

14.10.2015: NPD-Auf­marsch in Gers­tun­gen – die geschlos­se­ne Face­book-Grup­pe der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr berich­tet stolz über das Ereig­nis. Ein Wort­füh­rer ist gar ent­täuscht, dass die Bür­ger­wehr statt der NPD sich nicht die AfD an Bord geholt hat. Der Bür­ger­wehr-Füh­rer hebt her­vor, dass die NPD in Gers­tun­gen war, um die Leu­te auf­zu­klä­ren. Wei­ter­hin hat er erneut eine üble, schwers­te Unter­stel­lung ohne jeg­li­che Grund­la­gen unter die Leu­te zu brin­gen. Er behaup­tet mal ein­fach so, dass ein Gemein­de­rats­mit­glied ein IM der Sta­si gewe­sen wäre (*).

17.10.2015: In Gers­tun­gen grün­det sich das Bünd­nis gegen Rechts Wer­ra­tal e.V. (in Grün­dung). Grün­dungs­mit­glie­der wider­spie­geln ver­schie­dens­te Lebens­wei­sen und poli­ti­sche Anschau­un­gen – vom Punk bis zum schrei­ben­den Lyri­ker und Leh­rer aus der gesell­schaft­li­chen Mit­te. Eins eint sie alle – die Sicht, in der Wer­ra­re­gi­on etwas tun zu müs­sen gegen Rechts, Aus­gren­zung Men­schen­feind­lich­keit und Frem­den­hass. Als Vor­sit­zen­den wählt der Ver­ein Maik Klotz­bach, auch Vor­stand der Jusos Eisen­ach im Wart­burg­kreis, des Jugend­ver­ban­des der SPD. Die Mit­glie­der des Ver­eins gera­ten in diver­sen Face­book-Posts sofort in das Visier von Bür­ger­wehr-Mit­glie­dern. In der Fol­ge­zeit unter­lie­gen sie im Bür­ger­wehr-Forum immer wie­der vul­gä­ren, belei­di­gen­den Beschimp­fun­gen. Ins­be­son­de­re der Ver­eins­mit­be­grün­der Har­ry Weg­hen­kel (Gemein­de­rats­mit­glied) und der Autor die­ses Arti­kels wird Ziel­schei­be schwers­ter Unter­stel­lun­gen. Die­se wer­den von rechts­ex­tre­men poli­ti­schen »Bünd­nis­part­nern« in der Fol­ge auf­ge­nom­men zur wei­te­ren öffent­li­chen Ver­un­glimp­fung die­ser Personen.

18.10.2015: Der Bür­ger­wehr-Füh­rer kom­men­tiert in der Bür­ger­wehr-Grup­pe unter Face­book die Grün­dungs­ver­samm­lung des Bünd­nis gegen Rechts Wer­ra­tal e.V.: „Ich spar mir jetzt mal die Wor­te über den Karnevalsverein.“

13.11.2015: Quel­le Thü­rin­ger All­ge­mei­ne (Frank Schau­ka, 13.11.15, TA): Die Thü­rin­ger All­ge­mei­ne berich­tet: „Eisen­acher Land­tags­ab­ge­ord­ne­ter warnt vor Neo­na­zis in Bür­ger­weh­ren“. Im Arti­kel wird berich­tet, dass für Gers­tun­gens par­tei­lo­sen Bür­ger­meis­ter Wer­ner Har­tung die Auf­lö­sung der Bür­ger­wehr kein gro­ßer Ver­lust wäre. Zu mehr Sicher­heit in der Stadt hät­te sie sei­nes Wis­sens nicht bei­ge­tra­gen. Aktiv sei die Grup­pie­rung vor allem beim Ver­brei­ten abstru­ser, oft aus­län­der­feind­li­cher Gerüch­te im Inter­net. Die Zie­le der Bür­ger­wehr sei­en sei­ner Ein­schät­zung nach ein­deu­tig extrem rechts. Das Beson­de­re in dem Arti­kel: Erst­mals posi­tio­niert sich Gers­tun­gens Bür­ger­meis­ter öffent­lich gegen die von Rechts­ex­tre­men bestimm­te Bürgerwehr.

05.12.2015: Quel­le Thü­rin­ger All­ge­mei­ne (Frank Schau­ka, 05.12.15, TA): „In Gers­tun­gen im Wart­burg­kreis agiert eine Bür­ger­wehr, grö­ßer als in Pfaff­schwen­de – die der­zeit inak­tiv ist – und straf­fer gelei­tet. Man trägt uni­for­me Klei­dung: ein schwar­zes Shirt mit ‚Bürgerwehr‘-Aufdruck.‘ … Es gibt eine Nacht­auf­nah­me auf der Inter­net­sei­te der rechts­ex­tre­men Natio­na­len Jugend ‚NJ Eisen­ach-Wart­burg­kreis‘. Das Foto mit der Über­schrift ‚Aktiv in Gers­tun­gen, aktiv gegen Asyl­be­trü­ger‘ zeigt vier Per­so­nen sche­men­haft. ‚Dies könn­te auf eine Betei­li­gung von rechts­ex­tre­men NJ-Mit­glie­dern an Strei­fen­gän­gen der soge­nann­ten Bür­ger­wehr hin­deu­ten‘, erklärt der CDU-Poli­ti­ker aus Eisen­ach.“ Es erhär­tet sich fol­gen­de Fra­ge: Wie tief sind die Ver­flech­tun­gen zu ande­ren rechts­ex­tre­men oder rechts­ra­di­kal agie­ren­den Grup­pie­run­gen, wie der rechts­ex­tre­men Natio­na­len Jugend »NJ Eisen­ach-Wart­burg­kreis«?

12.12.2015: Quel­le MDR Thü­rin­gen: „Ermitt­lun­gen gegen Bür­ger­wehr-Mit­glie­der“, berich­tet das Jour­nal. Gegen Mit­glie­der der „Bür­ger­wehr Gers­tun­gen, Untersuhl und Umge­bung“ wür­de wegen Volks­ver­het­zung ermit­telt. Das gehe aus der Ant­wort von Thü­rin­gens Innen­mi­nis­ter Hol­ger Pop­pen­hä­ger auf eine Anfra­ge des Innen­ex­per­ten der CDU-Land­tags­frak­ti­on, Ray­mond Walk, her­vor. Dem­nach sei­en meh­re­re Ermitt­lungs­ver­fah­ren wegen Volks­ver­het­zung und dem Ver­wen­den von Kenn­zei­chen ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen in der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr anhän­gig. Laut Pop­pen­hä­ger wür­de außer­dem ein Begrün­der der Grup­pe frü­her dem rechts­ex­tre­men Spek­trum zugerechnet.

13.01.2016: Quel­le Thü­rin­ger All­ge­mei­ne (13.01.2016, dpa, 13.01.16, TA): Nach Erkennt­nis­sen von Ste­phan J. Kra­mer, Thü­rin­gens neu­er Ver­fas­sungs­schutz­chef, sei­en in der Bür­ger­wehr in Gers­tun­gen und Umge­bung (Wart­burg­kreis) Rechts­ex­tre­me aktiv. Die Admi­nis­tra­to­ren der Face­book-Grup­pe hät­ten zumin­dest enge Kon­tak­te in die ört­li­che rechts­ex­tre­mis­ti­sche Sze­ne, sag­te der Prä­si­dent des Ver­fas­sungs­schut­zes, Ste­phan J. Kra­mer. Vie­les von dem, was wahr­nehm­bar sei, spie­le sich vir­tu­ell, also im Inter­net ab. Die TA schreibt:

Aller­dings sei dies kein Grund zur Ent­war­nung, da sich – ins­be­son­de­re mit einer stär­ke­ren Wahr­neh­mung der Flücht­lings­kri­se – gera­de im Inter­net eine Pro­pa­gan­da ver­brei­tet, die kaum noch etwas mit frei­er Mei­nungs­äu­ße­rung zu tun hat, son­dern regel­recht zu Hass und mit­un­ter auch Gewalt auf­sta­chelt. Bereits in offen ein­seh­ba­ren Berei­chen der sozia­len Medi­en sei eine star­ke Ent­hem­mung fest­zu­stel­len. Dort wer­de auch unter Klar­na­men gehetzt, erklär­te Kramer.“

31.01.2016: Ein Prot­ago­nist der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr (Name liegt vor) teilt zustim­mend in sei­nem Pro­fil einen Bei­trag der Gewalt- und Holo­caust-Leug­ne­rin Ursu­la Haverbeck.

04.02.2016: Der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) ver­mel­det in der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr mit Stolz (*): „Jetzt kennt man uns auch in Eng­land.“ Er orga­ni­sier­te auch die­ses erneu­te media­le Ereig­nis in Gers­tun­gen, genau­so wie er auch in den Mona­ten zuvor eine media­le Insti­tu­ti­on nach der Ande­ren nach Gers­tun­gen hol­te, um Frem­den­feind­lich­keit öffent­lich zu demons­trie­ren. Jawohl – wer des Eng­lisch mäch­tig ist, erkann­te in dem Video der bri­ti­schen Sen­dung ITV News, dass nun auch Eng­land dank der Bür­ger­wehr ein Bild über ein »braun ange­hauch­tes« Gers­tun­gen hat.

09.02.2016: In der Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe erklärt ein Wort­füh­rer: „Betritt irgend ein korupp­tes Schwein mein Grund­stück hat er es erlebt! Anders geht es nicht mehr!!!“ (Schreib­feh­ler über­nom­men, *). Er bezieht sich auf Ver­tre­ter öffent­li­cher Behör­den. Wir erle­ben in die­ser Grup­pe eine immer wie­der­keh­ren­de gewalt­ver­herr­li­chen­de, radi­ka­li­sie­ren­de Wortwahl.

10.02.2016: Netz-gegen-Nazis.de, Part­ner von ZEIT Online (ePa­per) und des Inter­net­por­tal der Ama­deu Anto­nio Stif­tung (Initia­ti­ve für Zivil­ge­sell­schaft und demo­kra­ti­sche Struk­tu­ren) ver­öf­fent­licht Recher­che­er­geb­nis­se in einem Moni­to­ring über Face­book-Bür­ger­weh­ren. Wir sehen maß­geb­lich Fak­ten, die einen All­tag – und nicht Ein­zel­er­schei­nun­gen – rechts­ex­trem ori­en­tier­ter Bür­ger­wehr-Prot­ago­nis­ten auf­zei­gen. Die Bür­ger­wehr Gers­tun­gen spielt im Moni­to­ring eine düs­te­re Rol­le. Das Gesche­hen ist gekenn­zeich­net von Gemein­ge­fähr­lich­keit, Gewalt­ver­herr­li­chung, Gewalt­phan­ta­si­en, Shop-Infor­ma­tio­nen zu Waf­fen und waf­fen­ähn­li­chen Gegen­stän­den, ultra­na­tio­na­lis­ti­schen Paro­len, an natio­nal­so­zia­lis­ti­schen Dar­stel­lun­gen ange­lehn­ten Sym­bo­len, eif­ri­gen Pau­scha­lie­run­gen gegen Asyl­be­wer­bern, zuneh­men­der Ver­net­zung mit rechts­ra­di­ka­len Gangs und Netz­wer­ken, Wunsch­den­ken in den Gren­zen des deut­schen Rei­ches von 1937, sich selbst als Nicht-Nazi’s klas­si­fi­zie­ren­den sowie unpo­li­tisch wäh­nen­den und beson­ders besorg­ten Bür­gern, Gewalt-und-Law-and-Order-affi­nen Durch­schnitts­den­kern, Neo­na­zi­sym­pa­thi­san­ten sowie orga­ni­sier­ten Nazis. Das Moni­to­ring ist nach­les­bar unter → Moni­to­ring auf Patrouil­le bei den Face­book-Bür­ger­weh­ren.

12.02.2016: Die Bür­ger­wehr distan­ziert sich von jeder poli­ti­schen Ver­ein­nah­mung? So steht es als Behaup­tung in der Grün­dungs­er­klä­rung der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr. In der täg­li­chen Pra­xis ihrer Dis­kus­sio­nen sieht es anders aus. Wir erle­ben immer wie­der kla­re Stel­lung­nah­men für ganz gewis­se Par­tei­en der Neu-Rech­ten und kla­re Belei­di­gun­gen gegen poli­ti­sche Geg­ner. Da wird also doch poli­ti­sche Posi­tio­nie­rung betrie­ben. Unter ande­rem droht ihr Bür­ger­wehr­füh­rer in einem Face­book-Post (*): „Herr Rame­low genie­ßen sie ihre Amts­zeit die sie haben, ich ver­spre­che ihnen jetzt schon, das es ihre letz­te sein wird!!!!!“ (Schreib­feh­ler über­nom­men). Und – er setzt fort: „Soll­ten die ver­su­chen dre­cki­ge Spiel­chen zu spie­len vor den Wah­len, wer­de ich Sachen ent­hül­len in sämt­li­chen Mei­den über die­se Regie­rung! Das wird ein Fest!!!“ Er schließt mit der Bemer­kung, dass es nur eine „Alter­na­ti­ve“ gäbe. Wer ver­ein­nahmt hier wen?

Wir erle­ben regel­mä­ßig Bür­ger­wehr-Prot­ago­nis­ten als Sprach­rohr rechts­ex­tre­mis­ti­scher Leitbilder.

03.03.2016: Ein Face­book-Admi­nis­tra­tor der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr schreibt bezüg­lich der Situa­ti­on des regio­na­len Arbeit­ge­bers K+S in der Face­book-Grup­pe: „Na klar, wenn dann alle Berg­leu­te zu Hau­se sind inclu­si­ve aller Sub Unter­neh­men und ihre Fami­li­en von Arbeits­lo­sen­geld und spä­ter von Hartz4 leben, … haben wir genug Platz für ca. 100000 Fach­kräf­te unter Tage“ (*). Redet er vom „Schnee­wit­chen-Mär­chen“ oder was für eine Idee will er da ver­ach­tungs­voll reaktivieren?

31.03.2016: Ent­gleis­te Sprach­roh­re der Bür­ger­wehr Gers­tun­gens – früh mor­gens eine ihrer Aus­sa­gen: „Rat­ten, Links­ver­seuch­tes Vieh­zeug“ (*). Sie neh­men nicht nur Lin­ke auf das Korn – Jeder, der nicht »mit­spielt«, ist dran. Es ist nur ein Bei­spiel die­ser Kate­go­rie – von so vie­len. Wes­sen geis­ti­gen Kin­der erle­ben wir? Es sind kei­ne Aus­rut­scher – sie gebrau­chen Tag für Tag die­se Voka­beln fern jeder zivi­li­sier­ter Kom­mu­ni­ka­ti­on, fern des Ver­mö­gens von Men­schen – ein­fach nur wie Tie­re gelei­tet. Sie legen im Geis­te Fun­da­men­te maß­lo­ser Gewalt. Face­book als Kloa­ke für geist­lo­ses Geschwätz – für jeden geis­tig Ent­gleis­ten? Ist Face­book ein Ort gedul­de­ter Men­schen­ver­ach­tung? Sie (der Kern der Bür­ger­wehr) sei­en Patrio­ten, aber kei­ne Nazis? Wer kann das noch glauben?

April 2016: Zehn Mona­te nach der ers­ten bun­des­wei­ten Grün­dungs­wel­le von Bür­ger­weh­ren ist ihr anfäng­lich sehr offe­nes Agie­ren unter Face­book mit­tels Hass­bot­schaf­ten und Ele­men­ten der Volks­ver­het­zung einem „mode­ra­te­ren“ Ton mit »Zwi­schen-den-Zei­len«-Bot­schaf­ten gewi­chen. So ist es auch in Gers­tun­gen. Sie wis­sen, dass sie unter Beob­ach­tung ste­hen. Sie tei­len zuneh­mend ihre „Res­sour­cen“ in klei­ne­ren Unter­grup­pen und ande­ren diver­sen Soci­al Net­works und Mes­sen­gers. Grund­sätz­lich ist zu erken­nen, dass sich Bür­ger­weh­ren zuneh­mend bun­des­weit ver­net­zen – auch in Abstim­mung und in Orga­ni­sa­ti­on mit diver­sen rechts­ex­tre­mis­ti­schen Gruppen/Parteien (NPD, AfD, etc.). Teil­wei­se über­neh­men Bür­ger­weh­ren für rechts­ex­tre­me Par­tei­en bei deren öffent­li­chen Auf­trit­ten oder inter­nen Ver­samm­lun­gen Schutz­funk­tio­nen. Der Tarn­man­tel der Bür­ger­wehr wird wei­ter auf­recht­erhal­ten. Man ori­en­tiert sich auch an ultra­na­tio­na­lis­tisch gepräg­ten Bür­ger­weh­ren andern­orts, u. a. im Ausland.

19.04.2016: Der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) teilt die­sen Bei­trag in der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr. Wäre nichts dage­gen ein­zu­wen­den. Die Kehr­sei­te – er und sei­ne Kum­pa­ne belei­di­gen öffent­lich den Autor die­ses Bei­trags mit wei­te­ren Unter­stel­lun­gen und Unwahr­hei­ten (*). Ihr »Amei­sen­hau­fen« reagiert auf­ge­wühlt. Wo sach­li­che Argu­men­te feh­len, gehen sie unter die Gür­tel­li­nie – ein Merk­mal des neu-rech­ten Populismus.

01.05.2016: Unter der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr schreibt eine Bür­ger­wehr-Prot­ago­nis­tin „Rich­tig so Abflug du Schmier­ge­stalt!!“ (*). Poli­ti­sche Streit­kul­tur neu­er Prä­gung? Sie meint den Bun­des­jus­tiz­mi­nis­ter Hei­ko Maas und bezieht sich auf ein geteil­tes Video, in dem sich das Bun­des­tags­mit­glied in Zwi­ckau einem rechts­ex­tre­men „Bür­ger­pro­test“ aus­ge­setzt sieht. Die poli­ti­sche Rich­tung der Macher des »pro­tes­tie­ren­den« Mob wird in dem Video und unter den Posts des Autors ver­deut­licht. Sie kommt aus der Ecke der Kräf­te eines Neo­na­tio­nal­so­zi­a­li­mus. Das poli­ti­sche State­ment in der Face­book-Grup­pe zu dem Vor­fall in Zwi­ckau geschieht ent­ge­gen dem eige­nen Grup­pen­sta­tut, in dem eine Distan­zie­rung von jeg­li­cher poli­ti­scher Ver­ein­nah­mung dekla­riert wird. Die­se Dekla­ra­ti­on erscheint wie so oft nur als Schein zur Ver­schleie­rung des wirk­li­chen Gruppenzwecks.

Anfang Mai 2015: Der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) wirbt um Mit­rei­sen­de zum Nazi-Kon­zert „Rock für Iden­ti­tät“ für rechts­ex­tre­mis­ti­schen Bands der Extra­klas­se (u.a. Sleip­nir) am 07. und 08. Mai in Süd­thü­rin­gen. Das Kon­zert ist gleich­zei­tig eine Pro­pa­gan­da­ver­an­stal­tung mit den Red­nern David Köckert, Tom­my Frenck und Patrick Schrö­der – alle­samt füh­ren­de NPD-Aktivisten (*).

01. bis 04.06.2016: Ein Jahr nach der Grün­dung der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen. Die Gers­tun­ger Bür­ger­wehr hat wie­der ein Woche in Hoch­form hin­ter sich. Ihr rech­ter Füh­rer ganz im Sti­le sei­ner Vor­bil­der Kamm­ler und Gau­land. Er lässt in ver­schie­de­nen Medi­en Nichts unver­sucht, in Gers­tun­gen den brau­nen Geist zu legen und Hass zu schü­ren. Hier eini­ge Aus­zü­ge einer erneu­ten, »glanz­vol­len« Bür­ger­wehr-Woche – allein aus ihrem Medi­um Face­book-Grup­pe (Quel­le: Face­book-Grup­pe „Bür­ger­wehr Untersuhl, Gers­tun­gen und Umge­bung“): Am 1. Juni wird die Ver­ur­tei­lung eines Sexu­al­straf­tä­ters zum Anlass genom­men, eine gewis­se Men­schen­grup­pe pau­schal als Gesin­del zu titu­lie­ren und sym­bo­lisch mit einer Pis­to­le zu bedro­hen. Geis­tig Ent­hemm­te gebrau­chen dabei ihre übli­ches Fäkal-Voka­bu­lar. Am 3. Juni „fei­ern sie ab“, weil sich in Roten­burg Asyl­be­wer­ber pügel­ten. Zum Fremd­schä­men – wenn es denn alle Gers­tun­ge­ner wären, die da Knüp­pel ver­tei­len wol­len. Eben­falls am 3. Juni stel­len sie ihre ras­sis­ti­schen „Hel­den“ aus dem säch­si­schen Arns­dorf in den Fokus, die einen kran­ken, geis­tig ver­wirr­ten ira­ki­schen Flücht­ling an einen Baum fes­sel­ten. Es gleicht einem Auf­ruf, auch in Gers­tun­gen so zu han­deln. Und gleich noch­mal am 3. Juni wird ein „Grab­scher“ aus Bad Sal­zun­gen zum Anlass genom­men, alle in Deutsch­land Schutz­su­chen­den pau­schal als Nean­der­ta­ler zu beschimp­fen, frei nach Höckes neu-rech­ter Ras­sen­theo­rie. Was sie da von sich geben, ist nichts Ande­res, als ein Gewalt­auf­ruf – es ist Ras­sis­mus pur. Am 4. Juni nimmt der Bür­ger­wehr-Füh­rer einen auf­ge­klär­ten Brand in einem Flücht­lings­heim zum Anlass, um zu sug­ge­rie­ren, dass die ca. 1000 Angrif­fe auf Flücht­lings­hei­me im Jahr 2015 über­wie­gend durch Flücht­lin­ge selbst gelegt wurden.

Anfang Juli 2016: (Quel­le vor­lie­gen­der Screen­shot): Kon­zert mit Reg­ner. Auf Wieschkes nicht­öf­fent­li­cher Face­book-Pinn­wand hin­ter­lies der Bür­ger­wehr-Chef (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) bereits vor Wochen einen Post: „Patrick wegen Kar­ten schrei­ben wir woan­ders, ich check mal ab wer alles mit will“ (Screen­shot liegt vor). Er selbst kün­dig­te am 27. März 2016 bereits sei­ne Teil­nah­me an dem Kon­zert mit dem ehe­ma­li­gen Land­ser-Sän­ger an. Micha­el Rege­ner, der unter dem Pseud­onym „Luni­koff“ auf­tritt, ist einer der bekann­tes­ten Inter­pre­ten der neo­na­zis­ti­schen Rechts­rock-Sze­ne. Rege­ner war Sän­ger von „Land­ser“. Die Grup­pe war fest in der mili­tan­ten Neo­na­zi-Sze­ne ver­wur­zelt und bau­te bewusst das Image einer Unter­grund­band auf, die ras­sis­ti­sche und offen natio­nal­so­zia­lis­ti­sche Tex­te mit Stim­mungs­mu­sik kop­pel­te. Fol­gen­de Ver­ur­tei­lun­gen bezo­gen sich u.a. auf Volks­ver­het­zun­gen, dem Ver­brei­ten von Pro­pa­gan­da­mit­teln ver­fas­sungs­wid­ri­ger Orga­ni­sa­tio­nen, öffent­li­chem Auf­for­dern zu Straf­ta­ten, Bil­li­gung von Straftaten.

ANie_WiesAnkün­di­gung zum Rechtsrock-Konzert

27.07.2016 (*): Ein Anfüh­rer der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) han­delt als Poli­zei­be­richt­erstat­ter. Er berich­tet über eine mas­si­ve Akti­on zur Ver­nich­tung von  Feu­er­lö­schern durch „unse­re Fach­kräf­te“ im Asyl­be­wer­ber­heim. Wie immer ste­hen Leser vor der Fra­ge – sei­ne Infor­ma­tio­nen abzu­kau­fen, zu glau­ben oder zu can­celn. Oft genug schon wur­den von ihm Unwahr­hei­ten ein­fach mal in die Welt gesetzt! Letzt­lich han­delt es sich kurz nach der Tat erst­mal um Insi­der-Wis­sen der Ermitt­lungs­kräf­te. Der Bür­ger­wehr-Anfüh­rer stellt in dem Zusam­men­hang wei­te­re Vor­wür­fe gegen eine „Fach­kraft“ (Bür­ger­wehr-Sprach­ge­brauch) in den Raum. Er schafft es – wie so oft mit sei­nem angeb­li­chen oder tat­säch­li­chen Insi­der-Infor­ma­tio­nen – eine Hetz­kam­pa­gne von Mit­lie­dern der Face­book-Grup­pe die­ser Bür­ger­wehr in Gang zu set­zen bzw. erneu­te Frem­den­feind­lich­keit durch unbe­wie­se­ne Fak­ten und unzu­läs­si­ge Pau­scha­lie­run­gen in der Öffent­lich­keit zu for­cie­ren. WER sind sei­ne ille­ga­len Quel­len? Die Zukunft wird es zeigen.

27.07.2016 (*): Auf den zuvor genann­ten Sach­ver­halt hin hat ein Mit­glied der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr ein Pro­blem mit „Kan­ken“. Wört­lich schreibt er: „… es wird immer schlim­mer mit den Kan­ken die müs­sen weg ab ins Flug­zeug und abwer­fen da kann mann nur kot­zen ein­fach abknal­len und weg mit den wixern … die­ses Drecks­back …“ (Schreib­feh­ler über­nom­men). Sehen wir Volks­ver­het­zung – im Klar­text – einen Auf­ruf zum Mas­sen­mord? Im Übri­gen – ganz bestimm­te Mit­glie­der der Bür­ger­wehr tre­ten immer wie­der mas­siv mit ver­ba­len, väka­len, aus­gren­zen­den, ras­sis­ti­schen, dro­hen­den Atta­cken und Auf­ru­fen in Erschei­nung. So auch in die­sem Fall der Herr PT (Kür­zel erfunden).

27.07.2016 (*): Ein Mit­glied der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr fragt an, was heu­te im Net­to los war. Ein wei­te­res Mit­glied ant­wor­tet: „Asy­lan­te woll­te sich im Net­to anzün­den.“ Dar­auf for­dert Jemand auf, ein Spen­den­kon­to zu eröff­nen – er wäre mit 2 Liter dabei – wor­auf wie­der­um Jemand auf­for­dert, im Net­to Bescheid zu geben: „… drau­ßen ist genug Platz auch für mehr!“ Wie nennt man das jetzt – Auf­ruf zum Amok oder Auf­ruf zum Pogrom?

28.07.2016: Der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Füh­rer (EX-Chef des NPD-Kreis­ver­ban­des) ver­teilt in Gers­tun­gen Ein­tritts­kar­ten für ein Rechts­rock-Kon­zert (*) der Band → „Luni­koff Ver­schwö­rung“.

12.09.2016: Am Kir­mes­mon­tag im Fest­zelt – in aller Öffent­lich­keit belei­dig­te der Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Chef von Eisen­ach) den Autor die­ses Bei­trags und eben­falls mit ihm anwe­sen­de befreun­de­te Fami­li­en. Er ver­leum­det, bedroht gegen Leib und Leben, dass sich die Bret­ter des Zelt­fuss­bo­dens bogen – vor den Augend er Öffent­lich­keit. Und – abends unter Face­book mach­te er gleich wei­ter(*). Auf­fäl­lig – er ver­schlei­er­te nicht mehr sei­ne Absich­ten – er brach­te sie wie eine Furie zum Aus­druck. Für die­se Schmutz­ar­beit hat­te er auch Bür­ger­wehr-„Kame­ra­den“ ein­ge­spannt. Sie doku­men­tier­ten die „Ziel­per­so­nen“ mit ihren Kame­ras in offen­sicht­li­cher und pro­vo­kan­ter Art. Ein­schüch­te­rung PUR – nicht nur an die­sem Abend gegen­über anders­den­ken­den Gers­tun­gen­ern. Die Zelt-Secu­ri­ty ließ sie gewäh­ren. Der Gers­tun­ge­ner Füh­rer der Neu-Rech­ten hat ein Pro­blem mit den Geg­nern von Into­le­ranz. Es sind z.B. das Gemein­de­rats­mit­glied, der in der poli­ti­schen Mit­te steht. Es sind das SPD-Mit­glied, der dem Ver­ein gegen Rechts vor­sitzt. Es sind der von Par­tei­en völ­lig Unab­hän­gi­ge, wie ich. Es ist der Pfar­rer, der über Mensch­lich­keit und Wer­te spricht. Es sind Freun­de und Ande­re … Es sind Weltoffene. 

Es gera­ten Alle in’s Visier, die nicht »mit­zie­hen«.

13.09.2016: Ein Face­book-Freund vom Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) mel­det sich per Face­book-Mes­sen­ger beim Autor die­ses Bei­trags. Es ist eine Reak­ti­on auf Face­book-Hass­mel­dun­gen am Vor­abend des Bür­ger­wehr-Chefs (*). Motor­rad­klub »Stahl­pakt« prangt auf sei­nem Face­book-Pro­fil. Der Klub, der sich auf sei­ner Web­site von Rechts­ex­tre­mis­mus distan­ziert, scheint der Neu-Rech­te sehr wohl gesinnt. Er sprach von Pla­nun­gen, die gegen den Autor die­ses Arti­kels lie­fen. Nicht der ers­te Ver­such die­ser unheim­li­chen Art – er ist auch nur so ein Dro­hen­der. Die­ser Red­ner (Freund des Bür­ger­wehr-Füh­rers) ist einer die­ser Sor­te von Ras­sis­ten, die sich rela­tiv offen zur Reak­ti­vie­rung von Buchen­wald beken­nen (*). Er – das »Stahlpakt«-Mitglied – hat sein wah­res Gesicht gezeigt. Es hat ehr­lo­se, vul­gär-natio­na­lis­ti­sche, men­schen­feind­li­che Facetten.

01.11.2016 (*): Durch die Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen erfol­gen regel­mä­ßig neue Posts – wie schon von Beginn an. Auf­fäl­lig: Es sind fast aus­nahms­los nur Posts, in denen man irgend­wie – sei es nur durch Klei­nig­kei­ten – auf Aus­län­der als mög­li­che Täter ver­wei­sen kann. Am 01.11.2016 war es ein mög­li­cher Fahr­rad­dieb mit dunk­ler Haut­far­be. Am 24.10.2016 waren es mal wie­der Gau­ner­zei­chen in Obersuhl. Die Her­kunft von Gau­ner­zin­ken hat die Face­book-Grup­pe schon lan­ge klar­ge­stellt. Kin­der wur­den dazu geschult. Am 16.10.2016 wur­de über gefähr­li­che Kör­per­ver­let­zung aus Eschwe­ge berich­tet. Das Bür­ger­wehr­por­tal mau­sert sich zum über­re­gio­na­len Vor­kämp­fer für die deut­sche Sache. Täter waren auch hier schon aus­ge­macht – „dre­cki­gen Schwei­ne“ (Bür­ger­wehr-Sprach­ge­brauch), die immer mehr rein­ge­holt wer­den. „Mer­kel ihre bude müss­ten sie ab Fackeln … noch nicht mal da lernt die blö­de sau dar­aus.“ Am 15.10.2016 – Sexu­al­de­lik­te auf dem Lul­lus­fest. Gab es die frü­her nicht? Aus der Haut­far­be wird wie­der sofort auf die Täter geschlos­sen. Am 14.10.2016 hat­te man in Rienau und Hor­schlitt Aus­län­der bzw. Bett­ler gesich­tet. Am 26.09.2016 hat­te höchst­per­sön­lich der Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Chef von Eisen­ach) – öffent­li­cher Prot­ago­nist der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen – wie­der News über die „Fach­kräf­te“. Am 22.09.21016 hat­te er eben­falls zu berich­ten, über einen jun­gen Mann, der im Wohn­heim aus­ras­tet und einen Feu­er­lö­scher leert. Enden wir hier mit die­ser Auf­rei­hung – eines »Spie­gels der Kri­mi­na­li­tät«? Die Deut­schen in der Wer­ra-Regi­on schei­nen auf­at­men zu kön­nen – dank Bür­ger­wehr? Schein­bar gibt es kei­ne ande­ren Kri­mi­nal­fäl­le und aus­ras­ten­den Jugendlichen.

Ras­sis­mus in Akti­on – für Alles wer­den Nicht-Deut­sche ver­ant­wort­lich gemacht.

01.03.2017: Die Brand­stif­tung vom 11.09.2015 in einem Gers­tun­ger Haus ist immer noch nicht auf­ge­klärt. Ein frem­den­feind­li­cher Hin­ter­grund ist wei­ter­hin nicht aus­ge­räumt. Die­se Web­site berich­te­te dazu im Arti­kel → „Land­kri­mi an der Wer­ra“. Dass es Brand­stif­tung war, stell­te der Rich­ter in einem Ver­fah­ren am 27. Febru­ar 2017 am Eisen­acher Gericht fest. In dem Ver­fah­ren wur­de im abschlie­ßen­den Urteil eine bis dahin ver­däch­ti­ge Per­son aus der Fami­lie der Haus­ei­gen­tü­me­rin ein­deu­tig für unschul­dig befun­den. Der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen pass­te die­ses Ergeb­nis nicht in ihre bis­he­ri­ge, umfas­sen­de Vor­ver­ur­tei­lung eines Ver­däch­ti­gen. Ein Bür­ger­wehr-Mit­glied stell­te nach dem Gerichts­ur­teil in der Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe wie­der­um ver­leum­de­risch fest: „Da hat ja der Brand­stif­ter Glück gehabt.“ Gleich auf dem Fuß schließt er dar­aus poli­tisch moti­vie­rend auf nöti­ge alter­na­ti­ve Par­tei­en. Der rechts­ex­tre­me Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Kreis­vor­sit­zen­der) bläst dem Herrn fol­gend in sei­nem Kom­men­tar in das glei­che Horn. An glei­cher Stel­le gibt es von einem Grup­pen­mit­glied eine öffent­li­che üble Nach­re­de an das Bünd­nis gegen Rechts aus dem Wer­ra­tal. Er äußer­te, dass das – sei­nes Erach­tens nach – „zwei­fel­haf­te Bünd­nis um die­sen Kran­ken her­um“ (Bür­ger­wehr-Sprach­ge­brauch) ein erst­klas­si­ges Motiv haben wür­de, um zu zün­deln, „um den Geg­ner zu diffamieren“ (*).

14.03.2017: In Berka/Werra fin­det ein öffent­li­cher Bür­ger­dia­log der rechts­ex­tre­men Par­tei AfD statt – mit Bür­ger­wehr-Enga­ge­ment. Wah­rer Dis­kurs und Dia­log wur­de schon im Vor­feld durch die Ver­an­stal­ter unter­bun­den. Fast alle dem Anschein nach kri­ti­schen Bür­ger (ca. 50 % der Teil­neh­mer) wur­den des Saals ver­wie­sen. Im Ergeb­nis ist zu sehen, dass die AfD als par­la­men­ta­ri­scher Arm der extre­men Rech­te Thü­rin­gens in Erschei­nung tritt. Die gro­ße Mehr­heit der Men­schen in der Wer­ra-Regi­on lehnt die Ver­kün­der alter und gefähr­li­cher Ide­en des Natio­nal­so­zia­lis­mus ab. Unter den AfD-Sym­pa­thi­san­ten im Saal sind Mit­glie­der der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen, die in der Ver­gan­gen­heit frem­den­feind­lich in Erschei­nung tra­ten. Als »Secu­ri­ty« am Haupt­ein­gang zur Ver­an­stal­tung fun­giert der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr­füh­rer (Ex-NPD-Chef des Wart­burg­krei­ses), der rechts­ex­tre­me Akti­vi­tä­ten nach sei­ner Eisen­acher Zeit als NPD-Chef gele­gent­lich abge­strit­ten hat­te. Sein Ein­satz glich einer Offen­ba­rung des Bür­ger­wehr­chefs vor aller Augen. U.a. sorg­te er in sei­ner Funk­ti­on der »AfD-Schutz­staf­fel« ganz per­sön­lich dafür, dass ein Gers­tun­ger Gemein­de­rats­mit­glied und der Autor die­ses Bei­trags nicht ein­ge­las­sen wur­den. Mit beglei­ten­den per­sön­li­chen, öffent­li­chen Belei­di­gun­gen ver­sperr­te er den Einlass.

Wie sahen wie­der live die Ver­bin­dun­gen zwi­schen der Bür­ger­wehr-Füh­rung und dem Rechts­ex­tre­mis­mus. Die Bür­ger­wehr fun­gier­te als deren Saal­schutz.

05.04.2017: Anläss­lich der Akti­on »Sau­be­res Wer­ra­tal« der Gemein­de Gers­tun­gen zur Müll­auf­räu­mung in öffent­li­chen Berei­chen in der Orts­la­ge Gers­tun­gen und Untersuhl stellt das Bür­ger­wehr-Mit­glied Chris­ti­an M. fest: „Ihr habt die Schma­rot­zer im Asy­lan­ten­heim ver­ges­sen zu ent­sor­gen!“ (*) Eini­ge Wochen spä­ter wird auch die­ser Bei­trag gelöscht.

Screen­shot des ras­sis­tisch moti­vier­ten Hasspost

21./22.04.2017: Neue Hass­bot­schaf­ten in der Face­book-Grup­pe der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr gegen einen Fuß­ball­ver­ein aus der Regi­on, der jun­ge Flücht­lin­ge in der B-Jugend spie­len lässt. Der Fuß­ball­ver­ein gibt Jugend­li­chen die Chan­ce der Inte­gra­ti­on und baut Brü­cken für ein gegen­sei­ti­ges Ken­nen­ler­nen. Der Bür­ger­wehr-Füh­rer und Ex-NPD-Chef von Eisen­ach ruft zu Gegen­ak­tio­nen am Spiel­feld­rand auf. Wei­te­re Bür­ger­wehr-Mit­glie­der äußern ihre Bot­schaf­ten und Auf­ru­fe: „Über­all nur Ärger mit dem Gesin­del„, „Wollt ihr die Zäh­ne per­sön­lich am Sonn­tag aus­schla­gen …„, „Wir müs­sen lang­sam mal auf­wa­chen und alle zusam­men­hal­ten …„, „… nur Spit­zel unter­wegs hof­fent­lich ver­re­cken sie jäm­mer­lich …„. (*) Unse­re Bünd­nis berich­te­te dar­über am 16.05.2017 im Bei­trag → „Fuß­ball in Schief­la­ge“. Der Eisen­acher NPD-Chef Patrick Wieschke gibt auf sei­nem Face­book-Pro­fil des Bür­ger­wehr-Füh­rers Wor­te wie­der und bläst mit in das glei­che Horn: „Unglaub­lich! … Lest das und han­delt!“, ruft er sei­ne Nazi-Kum­pa­nen herbei.

18.05.2017: Tau­sen­de Inter­es­sen­ten grif­fen laut Web- und Face­book-Sta­tis­tik auf vor­ge­nann­ten Bei­trag zu. Der »Shit­s­torm« der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe ließ nicht lan­ge auf sich war­ten. (*) Fern des nor­ma­len Anstan­des und ohne jeg­li­che demo­kra­ti­sche Eti­ket­te kam ihr Auf­tritt (wie so soft) gespickt mit per­sön­li­chen Dro­hun­gen. Der Autor des Bei­trags sol­le die Fres­se hal­ten – mit 3 Aus­ru­fe­zei­chen ver­se­hen. Wei­te­re Belei­di­gun­gen und Ver­wün­schun­gen (Schwarz auf Weiß) der Mit­glie­der der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr äußern nur Hass. Einer meint: „So viel Schei­ße in einem Text – das könn­te auch von Mer­kel kom­men.“ Ein gewis­ser Herr Caru­so Sch. möch­te Wol­le Ing begeg­nen. Sei­ne Dro­hung unter der Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe wur­de weni­ge Tage spä­ter gelöscht. Selbst sein Pro­fil ist erst mal von der Bild­flä­che ver­schwun­den. Fake-Pro­fi­le sind in die­ser Bür­ger­wehr-Grup­pe unter Face­book ein gebräuch­li­ches Werk­zeug, um ihre Geg­ner anzu­grei­fen. Nichts Neu­es. Dort wur­de so viel wie­der gelöscht. Die­se Stra­te­gie erin­nert an eine gewis­se Nor­ma­li­tät bei Neu-Rechten.

Erst die Fun­ken sprü­hen und mit viel Wind ver­brei­ten – und dann, wenn’s brennt, weg­lau­fen. Das Sche­ma von Bür­ger­weh­ren und ihren Neu-Rech­ten Verbündeten.“ 

31.05.2017: Auf der öffent­li­chen Face­book-Sei­te des „Bünd­nis gegen Rechts Wer­ra­tal“ wird in einem Bei­trag ver­merkt, dass sich in Thü­rin­gen zuneh­mend Rechts­rock-Kon­zer­te kon­zen­trie­ren und die­se ein Angriff auf die Mensch­lich­keit und Tole­ranz dar­stel­len. Im Bei­trag wird emp­foh­len, kei­ne Finan­zie­rungs­grund­la­gen für die Ver­an­stal­ter zuzu­las­sen sowie durch Poli­tik und Hilfs­or­ga­ni­sa­tio­nen eine offen­si­ve Auf­klä­rung der Kom­mu­nen zu betrei­ben. Ein Mit­glied der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen nimmt dies zum Anlass, auf genann­tem Post gegen die Rechts­rock-Kon­zer­te einen belei­di­gen­den, ver­leum­de­ri­schen und dro­hen­den öffent­li­chen Kom­men­tar gegen ein Mit­glied des „Bünd­nis gegen Rechts Wer­ra­tal“ (Fake-Bild, Angriff gegen Leib und Leben) zu pos­ten (*). Den glei­chen Kom­men­tar setzt der Absen­der der Face­book-Grup­pe der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr unter fast alle Bei­trä­ge des „Bünd­nis­ses gegen Rechts Wer­ra­tal“, die seit dem 01.03.2017 gepos­tet wur­den. Am 07.06.2017 wer­den das Absen­der-Pro­fil der Kom­men­ta­re und damit auch die Kom­men­ta­re selbst gelöscht.

06.06.2017: Das Bür­ger­wehr-sei­tig »geschütz­te Fuß­ball-Spek­ta­kel« zum Jugend­spiel zwi­schen Ein­tracht Eisen­ach und Oberel­len fin­det sei­ne Fort­set­zung. Der Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Chef von Eisen­ach) per­sön­lich berich­tet vom Ort des Gesche­hens in Bild und Text in der Bür­ger­wehr-Face­book-Grup­pe vom Poli­zei­auf­ge­bot und den sei­nes Erach­tens unnö­ti­gen poli­zei­li­chen Maß­nah­men. (*) Er ist noch vor der Poli­zei vor Ort und über­geht die Tat­sa­che, dass die öffent­li­che Auf­re­gung wie so oft sei­ner mas­si­ven, ver­ba­len Het­ze und into­le­ran­ten, frem­den­feind­li­chen Bür­ger­wehr-Tätig­keit zu ver­dan­ken ist. Wochen­lang hat­ten Mit­glie­der sei­ner Bür­ger­wehr mit frem­den­feind­li­chen Paro­len »Wel­len geschlagen«.

Zum Fuß­ball­spiel ein Nach­trag vom 09.06.2017: Unter dem Arti­kel → „Ein Jugend­spiel unter Poli­zei­auf­sicht“ (TA, 09.06.2017, Mike El Anta­ki) berich­tet die Thü­rin­ger All­ge­mei­ne über das „Risi­ko­spiel“ der B-Junio­ren, das fair, ohne böse Fauls und ohne Zwi­schen­fäl­le ver­lief. Bei­de Ver­ei­ne hät­ten nach dem Spiel inten­siv mit­ein­an­der gespro­chen und konn­ten so eini­ge Din­ge aus­räu­men. Man trenn­te sich ohne bestehen­de Dif­fe­ren­zen. Trotz­dem herrsch­te nicht nur Frie­de. Ein­trachts Ver­eins­vor­sit­zen­der Vol­ker Schra­der: „Auf dem Platz war alles okay, aber von drau­ßen gab es lei­der ein paar blö­de Sprü­che.“ Obwohl das Spiel sehr kurz­fris­tig ange­setzt wur­de, waren unter den Zuschau­ern Mit­glie­der der Bür­ger­wehr. Deren dump­fe Äuße­run­gen sorg­ten für Kopf­schüt­teln. Auch bei Elte­tals enga­gier­tem Jugend­lei­ter Die­ter Schmiedl: „Für das Beneh­men die­ser Leu­te kann ich mich nur ent­schul­di­gen. Was die von sich geben, ist nicht die Mei­nung des FC Elte­tal“. Da war Sie wie­der – die frem­den­feind­li­che Bür­ger­wehr aus Gers­tun­gen in Akti­on! Ihr Sche­ma wie immer: „Wel­len schla­gen, Fun­ken ent­fa­chen, Wind machen, Puschen bis zum Abwin­ken – wenn einer absäuft oder wenn’s brennt, ren­nen sie von dannen.“

07.06.2017: Bür­ger­weh­ren wol­len das Recht in die eige­ne Hand neh­men. Vor allem die nach Deutsch­land gekom­me­nen Flücht­lin­ge rie­fen sie auf den Plan zu Natio­na­lis­mus, Men­schen­feind­lich­keit, Into­le­ranz und zur Zer­stö­rung des gesell­schaft­li­chen Frie­dens. Nicht sel­ten bestehen Kon­tak­te zu Neo­na­zis bzw. rechts­ex­tre­mis­ti­schen Orga­ni­sa­tio­nen. Im Thü­rin­ger Land­tag infor­miert sich die Oppo­si­ti­on in Per­son des CDU-Abge­ord­ne­ten Ray­mond Walk über Akti­vi­tä­ten der Bür­ger­weh­ren im Frei­staat. Innen­mi­nis­ter Hol­ger Pop­pen­hä­ger (SPD) stellt fest, dass es per­so­nel­le Ver­bin­dun­gen zu Rechts­ex­tre­men gibt. Die Bür­ger­weh­ren stell­ten das Gewalt­mo­no­pol des Staa­tes infra­ge. Eine zen­tra­le Aus­sa­ge lau­tet: „Nach den Erkennt­nis­sen der Behör­den ist die in West­thü­rin­gen behei­ma­te­te ‚Bür­ger­wehr Untersuhl, Gers­tun­gen und Umge­bung‘ inzwi­schen aber nicht mehr aktiv.“ Auf der Face­book-Grup­pe der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr »tobt der Mob« vor Freu­de – man gibt sich belus­tigt. Mit­glie­der um den Bür­ger­wehr-Füh­rer (Ex-NPD-Chef von Eisen­ach) sehen sich »fein raus« und unbeobachtet. (*)

14.06.2017: Mit Stand Juni 2017 ist fest­zu­stel­len, dass die Bür­ger­wehr Gers­tun­gen wei­ter­hin aktiv ist. Das äußert sich in ihrem Han­deln und ihren Ver­bin­dun­gen zu rechts­ex­tre­mis­ti­schen Per­so­nen und Organisationen.

Der enge Kern aus der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr um ihren Front­mann hat nicht nur Ver­bin­dun­gen und Kon­tak­te zur rechts­ex­tre­mis­ti­schen Sze­ne – sie sind Bestand­teil dieser.

Sie sind wei­ter­hin Hort von Men­schen­feind­lich­keit, Ras­sis­mus, Frem­den­feind­lich­keit und neo­na­zis­ti­scher Ide­en und dif­fa­mie­ren ihre poli­ti­schen Geg­ner mit allen Mit­teln bis zum heu­ti­gen Tag. Die klei­ne Anfra­ge des CDU-Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten Ray­mond Walk über aktu­el­le Akti­vi­tä­ten von Bür­ger­weh­ren in Thü­rin­gen beant­wor­te­te der Innen­mi­nis­ter Hol­ger Pop­pen­hä­ger (SPD) die Gers­tun­ger Bür­ger­wehr betref­fend völ­lig unzu­rei­chend. Des­sen Dia­gno­se (Quel­le: MDR Thü­rin­gen, 07.06.2017, → „Vier Bür­ger­weh­ren in Thü­rin­gen“), die Bür­ger­wehr Gers­tun­gen sei nicht mehr aktiv, ist ein­fach falsch. Mit­glie­der der Bür­ger­wehr han­deln aktiv (sie­he Bei­trä­ge zuvor) und sind mit natio­na­lis­ti­schen Face­book-Grup­pen,  Rechts­rock-Akteu­ren, Thü­gi­da-, NPD- und AfD-Funk­tio­nä­ren, aber auch diver­sen gewalt­be­rei­ten Grup­pen, wie »Natio­na­len Jugend Eisen­ach« ver­netzt. Namen und Grup­pen lie­gen uns vor. Mit­glie­der genann­ter Grup­pie­run­gen sind wie­der­um Mit­glie­der der geschlos­se­nen Face­book-Grup­pe der Gers­tun­ger Bür­ger­wehr. Wei­te­re Mit­glie­der der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen – ste­hen aktiv in diver­sen Kon­tak­ten mit der rechts­ex­tre­mis­ti­schen Sze­ne bzw. sind feder­füh­rend in der Bür­ger­wehr bis in die Gegen­wart bei der Ver­brei­tung Gewalt beto­nen­der, frem­den­feind­li­cher Aus­sa­gen (*). Über eini­ge Bei­spie­le wird auch unter → Thü­rin­gen­Rechts­aus­sen berichtet.

15.07.2017: Bür­ger­wehr Gers­tun­gen ein biss­chen rechts aktiv? Die Fra­ge beant­wor­tet sich erneut von allein mit der Teil­nah­me von Mit­glie­dern der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen und eines sei­ner Front­leu­te beim größ­ten Nazi-Kon­zert bzw. Nazi-Auf­tritt der Nach­kriegs­zeit in The­mar. Hit­ler­gruß, Nazi-Rufe und -Sym­bo­le gehör­ten dort offen­sicht­lich zum Stan­dard. Gers­tun­ger Bürgerwehr’ler tra­gen als Teil der Struk­tu­ren und Unter­stüt­zer sol­cher Kon­zer­te dazu bei, dass Nazis zu ihrer Finan­zie­rung Gewin­ne erwirt­schaf­ten. Am Tag des Geden­kens an Buchen­wald 80 Jah­re nach der Eröff­nung des KZ ver­höh­nen auch Gers­tun­ger Betei­lig­te am Nazi-Kon­zert die Opfer der NS-Ver­bre­chen. Die Gesell­schaft wird von Rechts ange­grif­fen – die Bür­ger­wehr Gers­tun­gen war dabei.


(*) Quel­le: Face­book (gesi­cher­te Inhal­te, Bewei­se, Screen­shots lie­gen an ver­schie­de­nen Orten vor).


Fas­sen wir zusammen

Sie orga­ni­sier­ten sich im Früh­jahr 2015, in einen Ort mit­ten in Deutsch­land, der wahr­lich viel Posi­ti­ves an Lebens­qua­li­tät zu bie­ten hat, was andern­orts nicht selbst­ver­ständ­lich ist. War es poli­ti­scher, rechts­ex­tre­mis­ti­scher und geplan­ter Vor­satz? Sie haben Spu­ren gelegt, denen Chro­nis­ten folgen.

Es sind Spu­ren einer poli­ti­schen Instru­men­ta­li­sie­rung für rech­tes Gedan­ken­gut und völ­ki­sche Ziele …

… sowie Spu­ren ihrer Netz­wer­ke, ihrer Hass­bot­schaf­ten, ihrer stän­di­gen Ver­leum­dun­gen Anders­den­ken­der, ihrer rechts­ra­di­ka­len Ent­mensch­li­chung und Gehirn­lo­sig­keit, ihrer neu-rech­ten, ver­ba­len Brand­schat­zun­gen, die zwangs­läu­fig zu Ter­ror anzet­teln – gegen Jeden und Alles, was nicht mit­zieht bzw. gegen sie ist oder sowie­so auf ihrer Lis­te steht, wie den Leid­tra­gen­den von Krie­gen und Terror.

Dabei haben wir hier nur die Spit­ze des Eis­ber­ges erfasst.

Ein gro­ßer Teil die­ser Bür­ger­wehr besteht von Beginn an aus Neo­na­zis aus ganz Deutsch­land. Vie­le »Mit­läu­fer« schau­en nur mal, was da abgeht. Man­cher weiß gar nicht, dass er Mit­glied ist, weil er unge­fragt rein­ge­holt wur­de. Fake-Pro­fi­le, die genutzt wer­den, um poli­ti­sche Geg­ner anzu­grei­fen, run­den die­se Grup­pe ab. Eine Mit­glie­der­lis­te liegt uns vor. Zu den Mit­glie­dern gehö­ren u. a. Patrick David Wieschke, Kars­ten Höhn oder auch Neo­na­zis aus der »Natio­na­len Jugend Eisen­ach«, mit denen die Bür­ger­wehr aktiv liiert ist. In der Mit­glie­der­lis­te geben von 2.557 Grup­pen­an­ge­hö­ri­gen 169 Mit­glie­der(!) an, aus Gers­tun­gen zu sein (Stand 14.06.2017).

Im Zen­trum der Akti­vi­tä­ten steht der Front­mann der Grup­pe, der ehe­ma­li­ge Chef der NPD des Wart­burg­krei­ses, der seit Ende der 1990er Jah­re zur Neo­na­zi-Sze­ne gehört und wei­ter­hin eng mit Patrick David Wieschke, dem heu­ti­gen NPD-Chef ver­bun­den ist. Um den Bür­ger­wehr-Füh­rer schart sich eine akti­ve Kern­grup­pe der Bür­ger­wehr, die wie­der­um in wei­te­ren diver­sen rechts­ex­tre­mis­ti­schen und ultra­na­tio­na­lis­ti­schen Face­book-Grup­pen orga­ni­siert und aktiv sind. Die AfD-Land­tags­ab­ge­ord­ne­te Corin­na Herold ist eben­falls in der Grup­pe aktiv.

Die Bür­ger­wehr-Prot­ago­nis­ten denun­zie­ren und dif­fa­mie­ren ihre poli­ti­schen Geg­ner  mit allen Mit­teln und stel­len AfD und NPD als legi­ti­me poli­ti­sche Kraft dar. Sie schü­ren men­schen­feind­li­che und ras­sis­ti­sche Stim­mung. Sie agie­ren ziel­ge­rich­tet bis zum heu­ti­gen Tag, sind wei­ter­hin orga­ni­siert in der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr und erzeu­gen mit »rea­lem Druck« in Gers­tun­gen und Wer­ra-Regi­on ihre Handlungsschauplätze.

Mit wem oder was ver­ein­bart sich ihr Wir­ken? Mit der Ent­wick­lung von Gers­tun­gen? Mit demo­kra­ti­schen Wer­ten einer gerech­ten Welt? Mit Ethik und Moral auf­rech­ter  Men­schen? Mit huma­nis­ti­schen Glau­bens­sät­zen von Wür­den­trä­gern und Reli­gio­nen? Mit der Zukunft aller Kin­der – egal wel­cher Her­kunft – einer Zukunft in einer Kul­tur des Tei­lens? Mit einer huma­nis­ti­schen, tole­ran­ten Erzie­hung der Kin­der und Jugend­li­chen in unse­rer Regi­on? NEIN – sie ste­hen dem Allen entgegen.

Das Wider­li­che und Ver­ab­scheu­ungs­swür­di­ge an die­sem Wir­ken ist ihr erzie­he­ri­scher Ein­fluss auf Jugend­li­che. Erzie­hen sie nur extre­mis­ti­sches Poten­zi­al oder ent­steht dar­aus auch Gewalt­be­reit­schaft? Rechts­ra­di­ka­lis­mus und -ter­ro­ris­mus wären die Fol­gen. Dar­über müs­sen sich Ver­ant­wort­li­che, die das Trei­ben dul­den oder ihnen Platt­for­men bie­ten, klar sein – auch in Kom­mu­nen und Vereinen.

Hin­wei­se zur Chronik

Neben Face­book bil­den wei­te­re Netz­wer­ke, Foren und diver­se Kon­tak­te Platt­for­men des Wir­kens genann­ter Bür­ger­wehr. Die­se Chro­nik erfüllt kei­ne Voll­stän­dig­keit der Dar­stel­lung über rechts­ex­tre­me Erschei­nun­gen in der Gers­tun­ge­ner Bür­ger­wehr und sei­ner Sym­pa­thi­san­ten im Ort. Die Auf­lis­tung ist kei­ne in sich geschlos­se­ne und Alles umfas­sen­de Stu­die. Trotz­dem unter­lie­gen die erwähn­ten Inhal­te einem größ­ten Bemü­hen um Objek­ti­vi­tät, Sach­lich­keit und Beweis­kräf­tig­keit. Eini­ge weni­ge Wer­tun­gen habe ich mir dabei erlaubt.

Vie­le beson­ders Gewalt för­dern­de Posts der Face­book-Grup­pe der Bür­ger­wehr Gers­tun­gen wur­den durch die­se Grup­pe auch nach und nach gelöscht. Anlass bil­de­ten gege­be­nen­falls Unter­su­chun­gen von Thü­rin­ger Behör­den, als auch die zuneh­men­de Beob­ach­tung die­ser Bür­ger­wehr nicht nur durch bun­des­wei­te Medi­en. Vie­le ihrer Posts und die in der Chro­nik genann­ten men­schen­feind­li­chen Aus­wüch­se konn­ten aber doku­men­tiert werden.