Euthanasie in der NS-Diktatur

AUFKLÄRUNG | GASTBEITRAG

Euthanasie & Gesundheit in der NS-Diktatur

Untertitel: Eine NS-Historie im indirekten Vergleich …

WAS GESCHAH

Vor 80 Jahren zum Ende des Jahres 1940 — Deutsch­lands erste Welle ein­er Euthanasie-Kam­pagne und Tötungs­maschiner­ie lief auf Hoch­touren. Im Ergeb­nis wur­den während der NS-Dik­tatur hun­dert­tausende Behin­derte gen­er­al­stab­smäßig organ­isiert ermordet.

Wann begann bzw. begin­nt der Faschismus?

Es kon­nte geschehen, weil Jahre zuvor eine ver­meintlich demokratisch legit­imierte Ein­schränkung von Frei­heit­srecht­en zum Dauerzu­s­tand gemacht wurde (siehe Ermäch­ti­gungs­ge­setz). Die Weimar­er Repub­lik war gescheit­ert — eine Dik­tatur hat­te die Macht übernommen.

Ausschwitz - Bild von pixabay.com, unter der CC0 Public Domain zur freie Nutzung

Auss­chwitz — Bild von pixabay.com, unter der CC0 Pub­lic Domain zur freie Nutzung

Die Auseinan­der­set­zung mit der NS-Euthanasie ist eine Auseinan­der­set­zung mit einem der größten Ver­brechen der Men­schheits­geschichte — dem Holo­caust. Der Begriff Euthanasie ist heute all­ge­gen­wär­tig für geschichts­be­wusste (und nicht für geschichtsver­fälschende oder ‑vergessene) Deutsche — ein Begriff für die sys­tem­a­tis­che Ermor­dung von Men­schen mit geisti­gen und kör­per­lichen Behinderungen.

Und die Deutschen wussten von den Morden!

Und — sie wussten auch, was sie in ein­er Dik­tatur des alles Beherrschen­den erwartet – was sie erwartet bei ein­er Mas­sen­gle­ich­schal­tung (u.a. mit­tels Medi­en, Pro­pa­gan­da, Manip­u­la­tion, Dem­a­gogie, gewoll­ten Unwäg­barkeit­en, verz­er­rten Infor­ma­tio­nen und völ­liger Unver­hält­nis­mäßigkeit) – was sie erwartet bei ein­er par­al­le­len Mil­i­tarisierung, ein­er kriegstreiben­den Het­ze gegen andere Völk­er – was sie erwartet bei der absoluten Rolle der NSDAP (faschis­tis­che Partei, Nation­al­sozial­is­tis­che Deutsche Arbeit­er­partei) mit Unter­stützung des ober­sten Finanzkap­i­tals (Wirtschaft, Industrie).

EUTHANASIE IN DER THEORIE

Das Wort Euthanasie set­zt sich zusam­men aus »eu« für »gut, schön« und »thanatos« für »Tod«. In der Gegen­wart wird im inter­na­tionalen Diskurs der Begriff zumeist im Zusam­men­hang mit der Hand­lung eines Arztes zur Tötung auf Ver­lan­gen oder Bei­hil­fe zur Selb­st­tö­tung ver­wen­det — im Sinne eines würdi­gen und schmer­zlosen Todes. Unter­schieden wird in aktive Euthanasie (Tötung auf Ver­lan­gen) und pas­siv­er Euthanasie (Abbruch oder Unter­las­sung lebenser­hal­tender Maß­nah­men, Gabe von Schmerzmit­teln mit der Neben­wirkung eines schnelleren Todes).

Im deutschen Sprachge­bi­et ist der Begriff Euthanasie ins­beson­dere aus his­torischen Grün­den (hof­fentlich) stark neg­a­tiv belastet. Hin­ter­grund ist der Massen­mord an Men­schen mit Behin­derung oder psy­chis­chen Krankheit­en in der Zeit des Nation­al­sozial­is­mus.

Euthanasie im Nation­al­sozial­is­mus basierte auf dem ver­brecherischen Vor­satz der »straf­freien Erlösungstat«.

Eine Propagierung der Idee geschah in der Schrift des Strafrechtlers Karl Bind­ing und Psy­chi­aters Alfred Hoche aus dem Jahr 1920 »Die Freiga­be der Ver­nich­tung leben­sun­werten Lebens«. Die Schrift bezog sich auf 3 Grup­pen von betr­e­f­fend­en Personen:

(1.)    Die Gruppe der durch eine Krankheit oder Ver­let­zung unret­tbar Ver­lore­nen (auf­grund des eige­nen Wun­sches nach Erlö­sung bzw. ein­er Tötung aus eigen­em Verlangen);

(2.)    Die Gruppe geistig gesun­der, aber bewusst­los­er Per­sön­lichkeit­en ohne Aus­sicht auf gesun­des Erwachen (z.B. Wachkomapatienten);

(3.)    Die Gruppe Schwer­be­hin­dert­er (z.B. schw­er­ste Behin­derun­gen bei Neuge­bore­nen). Let­ztere bei­den Grup­pen kön­nen nur durch Tötung auf Ver­lan­gen der Gesellschaft oder des Staates erfolgen.

Es fol­gten konkrete Begrif­flichkeit­en aus frag­würdi­gen Über­legun­gen nach einem Maßstab an Nüt­zlichkeit und Wert im Nazi-Deutsch­land. Die Begriffe bilde­ten prak­tisch dem­a­gogis­che Verunglimp­fun­gen, gle­ich­schal­tende Pro­pa­gan­daschlag­wörter, Has­s­be­griffe und behördliche sowie ärztliche Hand­lungsempfehlun­gen, z. B. »Volks­ge­sund­heit«, »nut­zlose Ess­er«, »leere Men­schen­hülsen«, »leben­sun­wertes Leben«, »Bal­las­tex­is­ten­zen«.

Daraus entwick­elte sich das prak­tis­che Pro­gramm zur etap­pen­weisen Umset­zung von Kernzie­len der Nazi-Ide­olo­gie, der »Aufar­tung« sowie auch »Aufnor­dung« des deutschen Volkes. Schmack­haft machte man das Pro­gramm im Fol­gen­den u. a. mit ver­lock­enden Ehe­s­tands­dar­lehen, Kinder­bei­hil­fen, Steuer­erle­ichterun­gen bis hin zur Über­tra­gung von Siedler­stellen und Erb­höfen zur Förderung von ras­sisch erwün­schtem Nachwuchs.

DAS GESUNDHEITSWESEN IM NATIONALSOZIALISMUS

Gesund­heit und Frei­heit standen im Deutsch­land der 30iger Jahre im grundle­gen­den Wider­spruch. Seinen Ursprung nah­men Gedanken der »Min­der­w­er­tigkeit« men­schlichen Lebens aber schon Anfang des 19. Jahrhun­derts. So legte beispiel­sweise im Jahr 1914 der deutsche Reich­skan­zler Beth­mann Holl­weg aus eugenis­chen Grün­den einen Entwurf für ein »Gesetz zur Unfrucht­bar­ma­chung und Schwanger­schaftsab­brechung« vor, das nur durch den Beginn des Ersten Weltkrieges ver­hin­dert wurde. Im Jahr 1907 wurde bere­its in den USA in Indi­ana erst­mals eine Zwangsster­il­i­sa­tion aus eugenis­chen Grün­den geset­zlich erlaubt.

Selb­st zur Kon­so­li­dierung der Weimar­er Repub­lik wur­den dies­bezügliche Über­legun­gen nicht aus­geschlossen. Heil- und Pflegeanstal­ten für Psy­chi­a­trie-Patien­ten glichen trost­losen Masse­nun­terkün­ften, in denen die Kranken vor sich hinvegetierten.

Euthanasie im Nation­al­sozial­is­mus – wenn man das The­ma betra­chtet, kann man es nicht los­gelöst vom Gesund­heitswe­sen im NS-Staat betra­cht­en, das ein Bestandteil des Macht­ge­füges und der Strate­gie im »Drit­ten Reich« war. Die nation­al­sozial­is­tis­che Gesund­heit­spoli­tik (u.a. Erlasse und Geset­ze) ging ein­her mit ein­er zunehmenden und aktiv­en Ein­flussnahme auf die deutsche Ärzteschaft.

Die Trans­for­ma­tion des Gesund­heitswe­sens in der Zeit der Jahre 1933 bis 1945 gipfelte in den Euthanasie-Aktio­nen. Der propagierte Gedanke der »Volks­ge­sund­heit« führte zur staatlich organ­isierten Pla­nung und Umset­zung der Ermor­dung kranker Men­schen. Ämter und Per­so­n­en waren in diesen kaum vorstell­baren und sich allmäh­lich sowie zunehmend radikalisieren­den Prozess involviert.

Es galt Gedanken­strö­mungen zu kanal­isieren, um die Ziele zu erre­ichen. Die Mach­er der nation­al­sozial­is­tis­chen Ide­olo­gie arbeit­eten mas­siv an ein­er Legit­i­ma­tions­ba­sis für die Erbge­sund­heits- und Bevölkerungspolitik.

Die Anhänger des Sozial­dar­win­is­mus sahen durch die Indus­tri­al­isierung und Mod­ernisierung die natür­liche Auslese außer Kraft geset­zt. Sie begrün­de­ten ihre Sicht damit, dass das Leben kranker Men­schen auf­grund medi­zinis­ch­er Fortschritte ver­längert wer­den kon­nte. Den ethisch-moralis­chen und human­is­tis­chen Aspekt eines werten, zu schützen­den Lebens negierten sie.

Eine ges­teuerte, gesellschaftliche Auslese war im Fol­gen­den ihr ver­brecherisches Ziel. Den Weg sahen sie in ein­er »pos­i­tiv­en Eugenik« durch Begün­s­ti­gung der Ver­mehrung von Per­so­n­en, die die ver­mei­dlich besseren Erban­la­gen besäßen. Der zweite Weg war die später fol­gende massen­haften Ermor­dun­gen von ihrer Ansicht nach »unwerten Men­schen«. Das Gesund­heitswe­sen wurde dieser Ide­olo­gie fol­gend angepasst.

Nicht zu vergessen ist der ökonomisch-prof­ita­bel ori­en­tierte Zweck dieser Ide­olo­gie, ohne diesem die Nazi-Lakaien des Kap­i­tals keine Förder­er gefun­den hätten.

Erst die prof­itablen Aus­sicht­en macht­en das Unge­heuer­liche möglich — das Pro­gramm zur »Schaf­fung eines neuen Men­schen und neuen Volkes in ein­er neuen Ord­nung«. Par­al­lel wurde auch das ökonomis­che Argu­ment der hohen Kosten für die Für­sorge unheil­bar kranker Men­schen herangezogen.

Zur Rolle von Adolf Hitler (†1945, später­er nation­al­sozial­is­tis­ch­er Dik­ta­tor öster­re­ichis­ch­er Herkun­ft). Er war Mitte der 20ger Jahre bestrebt, die Gedanken der »Men­schlichen Erblichkeit­slehre« weit­erzuen­twick­eln. Hitler machte sie zu sein­er zen­tralen Ver­brechen­s­the­o­rie der »Rassen­hy­giene«, den Grund­vo­raus­set­zun­gen für die fol­gende nation­al­sozial­is­tis­che Gesundheitspolitik.

Die Basis für eine Euthanasiekam­pagne war geschaffen.

Eine Umfor­mung des Gesund­heitswe­sens mit ein­er vom NS-Regime ges­teuerten »Ver­schmelzung von Wis­senschaft und Ide­olo­gie« ging damit ein­her. Möglich wurde das durch eine prak­tizierte Gle­ich­schal­tung von ver­meintlich wis­senschaftlichen Grund­la­gen im Gesund­heitswe­sen. Dieses Vorge­hen war gekennze­ich­net durch eine Diskri­m­inierung sowie einen Auss­chluss ander­er fach­lich fundierte (vorge­blich falsch­er) Grundlagen.

Die Prax­is der Trans­for­ma­tion des Gesund­heitswe­sens war durch einen schle­ichen­den Prozess gekennze­ich­net, der bere­its Jahre vor der Machter­grei­fung der Nazis begann. Aus­druck dessen war ein stetiger Macht­gewinn der Nation­al­sozial­is­tis­chen NSDAP. Dinge und Men­schen, die ihnen gemäß ihrer Ide­olo­gie nicht kon­form liefen, wur­den Schritt für Schritt, nach und nach, flächen­deck­end im Land, von den Kom­munen bis in die Par­la­mente infil­tri­ert, aus­ge­gren­zt, diskri­m­iniert, bekämpft und beseitigt.

Die Prof­i­teure des Sys­tems hat­ten ein leicht­es Spiel. Die NS-Ide­olo­gie ver­sprach ihnen Max­i­mal­prof­it sowie den Men­schen vor dem Hin­ter­grund der Weltwirtschaft­skrise ein besseres Leben. Ob es ein men­schlich­es oder friedlicheres Leben sein würde, spielte keine Rolle.

Berlin, Denkmal für die ermordeten Juden Europas - Bildautor: Wolle Ing

Berlin, Denkmal für die ermorde­ten Juden Europas — Bil­dau­tor: Wolle Ing

Die Machtüber­nahme wurde vor­bere­it­et. Die Pro­pa­gan­da bekam eine der Ver­lock­ung der Medusa gle­ichende Über­schrift »Volk, Gesund­heit und Staat«. Zweck der Strate­gie war es, das Gesund­heitswe­sen für die Ziele des Nation­al­sozial­is­mus nutzbar zu machen.

Das Konzept der Neuen Deutschen Heilkunde uferte im Inter­esse des Prof­its in unmen­schlichen Zwangsster­il­i­sa­tio­nen, Men­schen­ver­suchen mit tausenden Todes­opfern und Euthanasie. Die zuge­hörige NS-Pro­pa­gan­da wurde später weit­er­en­twick­elt zur Argu­men­ta­tion­slin­ie bei der Entschei­dungs­find­ung zu noch größeren Verbrechen.

Es gipfelte im Holocaust.

VORGEBLICHE GRÜNDE FÜR DIE MORDKAMPAGNE

Zur Ver­schö­nung der Euthanasie-The­sen gab es weit­ere Schlag­wörter wie »Gnade­nakt«, »Aktion Gnaden­tod« oder »Akt der Erlö­sung«, als auch ein­fache Kosten-Nutzen-Rech­nun­gen. Ein Pro­pa­gan­daplakat der Nazi-Partei NSDAP enthielt die fol­gende Aufrech­nung: “60.000 RM kostet dieser Erbkranke die Volks­ge­mein­schaft auf Leben­szeit. Volksgenosse, das ist auch Dein Geld.” Kriegswirtschaftliche Erwä­gun­gen während des Zweit­en Weltkrieges wur­den eben­falls zur Begrün­dung herangezogen.

Anerkan­nte wis­senschaftliche The­o­rien ver­bo­gen die Nazis im Sinne ihrer Ziele. U.a. begrün­de­ten sie mit Bezug auf die Evo­lu­tion­s­the­o­rie von Charles Dar­win ihre ver­brecherischen Vorhaben. In einem ständi­gen Ausle­se­prozess würde die Natur das Über­leben ungün­stiger Merk­male automa­tisch eli­m­inieren. Also müsse gemäß ein­er ras­sis­tis­chen Deu­tung und Begrün­dung der Ausle­se­prozess nur beschle­u­nigt wer­den, damit sich die stärkere deutsche Rasse durch­set­zen würde.

Zur Recht­fer­ti­gung der Euthanasie im »Drit­ten Reich« wurde auch die anfangs des 20. Jahrhun­derts im West­en ver­bre­it­et und disku­tierte The­o­rie der Eugenik weit­er­en­twick­elt – im Nazi-Jar­gon »Erbge­sund­heit­slehre«, »Erbpflege«, »Rassen­hy­giene«, »Bal­las­tex­is­tenz«.

Die Eugenik wurde für die »Bevölkerungs- und Gesund­heit­spoli­tik« im Nation­al­sozial­is­mus eine umfassende Zweck­the­o­rie und Samm­lung the­o­retis­ch­er Konzepte. Sie wurde z. T. abgeleit­et aus Erken­nt­nis­sen der Human­genetik. Ziel der auch als nation­al­sozial­is­tis­che »Rassen­hy­giene« beze­ich­neten Eugenik war es, den Anteil pos­i­tiv bew­erteter Erban­la­gen zu ver­größern (pos­i­tive Eugenik) und den neg­a­tiv bew­erteter Erban­la­gen zu ver­ringern (neg­a­tive Eugenik) bzw. die ange­bore­nen Eigen­schaften ein­er Rasse durch ein »Pop­u­la­tions-Gen-Pool« zu verbessern.

The­sen über vorge­bliche »Par­a­siten am deutschen Volk­skör­p­er« gipfel­ten in den prak­tizierten Ver­brechen durch Ver­fol­gung und Ermor­dung von Kranken und Men­schen mit Behin­derung aller Alters­grup­pen eben­so wie von Juden und Ange­höri­gen ander­er Grup­pen oder Nation­al­itäten. Diesen »Volk­skör­p­er« galt es von nun an durch eine Ver­hin­derung der Fortpflanzung der Risiko­gruppe “Men­schen mit möglicher­weise vorhan­de­nen Erbkrankheit­en” sowie von sozial und ras­sisch uner­wün­scht­en Men­schen zu schützen.

Über 400.000 Män­ner und Frauen wur­den zwangssterilisiert.

WIE ALLES BEGANN

Das Ermor­dung­spro­gramm »Aktion T4« (der Deck­name ste­ht für Tier­garten­straße 4 in Berlin), das Hitler selb­st in Auf­trag gab, leit­ete die von den Nazis selb­st so beze­ich­nete »Euthanasie« ein. Der ursprüngliche Sinn des Wortes (schön­er, leichter Tod) wurde zynisch ent­fremdet. Ein beze­ich­nen­der Pro­pa­gan­da­text war zu sehen auf ein­er Lehrtafel aus dem soge­nan­nten »Rasseat­las«, der in allen Schulen der NS-Zeit einge­set­zt wurde. Der Text lautete: “Für ein Erziehung­sheim mit 130 Schwachsin­ni­gen kön­nte man 17 Eigen­heime bauen”.

Ab 1939 wur­den Melde­bo­gen an alle Heil- und Pflegeanstal­ten, Pflege­heime sowie Anstal­ten im Deutschen Reich ver­sandt. Zweck der Bögen war eine umfassende Erfas­sung von Kranken­his­to­rie, Aufen­thalts­dauer, Arbeits­fähigkeit und Heilungsaus­sicht­en aus­nahm­s­los eines jeden Patien­ten. Zum Befra­gungszweck wur­den dem Per­son­al keine Auskun­ft erteilt. Auf­grund der Akten­lage entsch­ieden Sach­bear­beit­er in Berlin über ein Weit­er­leben oder die Tötung der Betroffenen.

Am 18.08.1939 wurde eine Meldepflicht für »miss­ge­bildete« Neuge­borene per Run­der­lass ein­führt. Mit Datum vom 01.09.1939 datiert ist ein Schreiben Hitlers, das fol­gen­den Wort­laut besaß:

Reich­sleit­er Bouh­ler und Dr. med. Brandt sind unter Ver­ant­wor­tung beauf­tragt, die Befug­nisse namentlich zu bes­tim­mender Ärzte so zu erweit­ern, dass nach men­schlichem Ermessen unheil­bar Kranken bei kri­tis­chster Beurteilung ihres Krankheit­szu­s­tandes der Gnaden­tod gewährt wer­den kann” (Quelle: www.gedenkort-t4.eu/de/wissen/aktion-t4).

DAS VERBRECHEN

Die organ­isatorischen Struk­turen des Kranken­mordes wur­den im Herb­st des Jahres 1939 von Bouh­ler und Brandt (Hitlers Leibarzt) geschaf­fen. Es wur­den sechs Tötungsanstal­ten des Reich­es als Schw­er­punk­tanstal­ten zum Mord­be­trieb umgerüstet. Im Falle jüdis­ch­er »Patien­ten« spiel­ten Heilungschan­cen und Arbeits­fähigkeit eine gerin­gere Rolle, als mehr ihre Herkunft.

Bildautor: Wolle Ing

Bil­dau­tor: Wolle Ing

Nun galt es, das medi­zinis­che Per­son­al zu verorten. Es geschah, nach­dem die “Nürn­berg­er Geset­ze” aus dem Jahr 1935 — das “Reichs­bürg­erge­setz” und das sog. “Blutschutzge­setz” — die deutschen Staats­bürg­er willkür­lich sortierte und deutsche Juden und Jüdin­nen zu »ras­sisch Frem­den« erk­lärte. Jene, die nicht mit­zo­gen oder auch jüdis­chen Ärztin­nen und Ärzten wurde durch den NS-Geset­zge­ber die staatliche Beruf­szu­las­sung entzogen.

Die Kan­zlei Hitlers sowie Ärzte waren die Organ­isatoren des Massenmordes.

Zur der »Tötung« genan­nten Ermor­dung erfol­gte ohne ein Urteil die Ein­liefer­ung der Opfer in spezielle Tötungsanstal­ten. Die Morde gescha­hen durch Ver­ga­sung, Injek­tion zum langsamen Tod, Gift­spritze für einen schnellen Tod, Verabre­ichung von Medika­menten wie Lumi­nal, Mor­phin oder durch sys­tem­a­tis­che Unter­ernährung. An Ange­hörige ergin­gen ohne dem Recht auf Obduk­tion Schreiben mit falschen Todesur­sachen und Todesorten.

»Kindereuthanasie« — es war eine der grausam­sten, ver­ab­scheuungswürdi­gen Teil­pro­gramme und im beson­deren Maße ohne jegliche moralis­che Skru­pel. Um die eigentlichen Auf­tragge­ber, aber auch Ver­brechen zu tar­nen, wurde eine Tarnor­gan­i­sa­tion mit dem Namen »Reich­sauss­chuss zur wis­senschaftlichen Erfas­sung von erb- und anlagebe­d­ingten schw­eren Lei­den« eingerichtet.

Die insti­tu­tionellen Täter bedi­en­ten sich bei ihrer Arbeit ein­er bürokratis­chen, ent­men­schlichen­den Sprache. Getötete »Patien­ten« gal­ten als »desin­fiziert« bzw. »erledigt« Sachverhalte.

Ihre Ermor­dung war rein­er Verwaltungsakt.

»Aktion T4« forderte inner­halb ein­er Jahres­frist (1940–1941) mehr als 70.000 Opfer. Trotz ein­er ver­sucht­en Geheimhal­tung und Gle­ich­schal­tung der Öffentlichkeit war anfänglich eine gewisse Empörung in Teilen der Bevölkerung als auch Kirche nicht zu ver­hin­dern. Die Aufre­gung darüber blieb jedoch ein lauer Wind im Wasser­glas. Im Geheimen gin­gen die Tötun­gen jedoch bis zum Kriegsende weiter.

Die organ­isierte Euthanasie forderte weit­ere Opfer — bis zum Jahr 1945 ins­ge­samt über 200.000 Ermordete.

Um nicht zu vergessen — Euthanasie auf Machart im Nation­al­sozial­is­mus Deutsch­lands ist auch ein Teil der Geschichte Öster­re­ich. Das Land hat diesen Teil sein­er Ver­gan­gen­heit lange verdrängt.

Übri­gens — das Per­son­al der »Aktion T4« fand sich später zum großen Teil in den Ver­nich­tungslagern der »Aktion Rein­hard« wieder. Der Tarn­name war Aus­druck der Aktion zur sys­tem­a­tis­chen Ermor­dung aller Juden und Roma des Gen­er­al­go­u­verne­ments im deutsch beset­zten Polen während des Zweit­en Weltkrieges.

Menschvernichtung im Namen der Gesundheit

Aus­gren­zung, Iso­la­tion Ander­s­denk­ender, Anti­semitismus und Massen­mord wur­den nun — wie nicht das erste Mal in der deutschen Geschichte — auch unter dem Vor­wand eines …

Kampfes gegen Viren, Bak­te­rien und Seuchen

… zum alltäglichen Geschehen. “Endziel muss jeden­falls sein, dass wir diese Pest­beule rest­los aus­bren­nen” (Quelle: Gehe­im­bericht Regierung­spräsi­dent Uebelöhr an ver­schiedene Ver­wal­tungs- und Polizeis­tellen des “Warthe­gaus” am 10.12.1939, in: Doku­men­ty i Mate­ri­aly III, a.a.O., S. 26–31). Nicht genehme Men­schen­grup­pen, ins­beson­dere Juden wur­den u.a. in beset­zten Gebi­eten Polens oft massen­haft als krank reg­istri­ert und in Ghet­tos (u.a. Warschauer Ghet­to) unter unmen­schlich­sten Bedin­gun­gen eingepfer­cht. Um die “Seuchenge­fahr” einzudäm­men, wur­den alle als krank Reg­istri­erte “aus­ge­siedelt”.

Der Seuchen- und Gesund­heitss­chutz wurde ein weit­eres Argu­ment der Intol­er­anz und Aus­gren­zung. Juden, Kranke und son­stige unbe­queme Men­schen­grup­pen gal­ten als Par­a­siten. Begriffe wie Quar­an­täne, Krisen­zo­nen und “Volk­shy­giene” wur­den als Man­tel instru­men­tal­isiert zur Durch­führung men­schen­ver­ach­t­en­der Ver­brechen. Es galt gle­ich­falls den deutschen Volk­skör­p­er (men­schen­ver­ach­t­en­der, “rassen­bi­ol­o­gisch” begrün­de­ter Begriff) vor ein­er Durch­seuchung zu schützen.

Im Namen der Gesund­heit wurde der Holo­caust — der nation­al­sozial­is­tis­che Völk­er­mord an 5,6 bis 6,3 Mil­lio­nen europäis­chen Juden — mit Kriegs­be­ginn und dem Über­fall auf Polen forciert.

DIE QUINTESSENZ

Kann sich Geschichte wieder­holen? Die geschilderte ver­brecherische Gesund­heit­spoli­tik, Euthanasie und Eugenik — kann das wieder geschehen? Ganz sich­er aber muss man ver­ste­hen, um eine erneute schle­ichende Wieder­hol­ung des Grauens zu verhindern.

Man will diesen Vor­gang ein­fach nur ver­ste­hen — ein Dahin-denken bedeutet ein unver­gle­ich­lich­es seel­is­ches Wehtun.

Ein Dutzend essen­zielle Kern­erken­nt­nisse aus den dama­li­gen Ereignis­sen — zu Denen im Nach­hinein oft genug gesagt wurde, man habe von Nichts gewusst — lassen sich aus his­torisch­er Sicht ableit­en. Sie soll­ten ein­dringlich, greif­bar und nach­haltig Lehren für die Zukun­ft bilden.

(1.) Es ist möglich, die Bevölkerung weitest­ge­hend von den Orten durchge­führter Ver­brechen fernzuhalten.

(2.) Ein Großteil der Gesellschaft lässt sich durch eine mas­sive Gle­ich­schal­tung der Mei­n­ung (Medi­en, Pro­pa­gan­da, Manip­u­la­tion) von der Notwendigkeit aus­gren­zen­der Aktio­nen überzeu­gen. Eine Zucker­brot-und-Peitsche-Poli­tik kann nach­haltige Ver­hal­tensän­derun­gen der Masse bewirken.

(3.) Gle­ichgeschal­tete Säulen der Macht (Leg­isla­tive, Exeku­tive, Judika­tive) — ihnen bis zum let­zten Mitar­beit­er ohne Wider­spruch ergeben — sor­gen für die Rah­menbe­din­gun­gen. In einem schle­ichen­den Prozess lässt sich dieser dik­ta­torische Zus­tand über wenige Jahre erreichen.

(4.) Weit­ere tra­gende Säulen des men­schlichen Miteinan­ders, wie freie Kom­mu­nika­tion, Mei­n­ungsaus­tausch, sach­liche Diskurse, Stand­fes­tigkeit, Ethik, Selb­stkon­trolle, Wis­sen und Zivil­courage lassen sich weitest­ge­hend kon­trol­lieren, steuern, in Schranken weisen und let­ztlich unterbinden.

(5.) Unter bes­timmten Zwangsvo­raus­set­zun­gen (z.B. Beschnei­dung von Bürg­er­recht­en, Andro­hun­gen, Entzug Beruf­szu­las­sun­gen), motivieren­den Maß­nah­men (Priv­i­legierung) und/oder manip­u­la­tiv­en Mech­a­nis­men (Vortäuschen von Post­fak­ten oder angepasste Sta­tis­tiken) lassen sich medi­zinis­ches Fach- und Pflegeper­son­al so verorten, dass sie zweifel­hafter medi­zinis­ch­er Ver­fahren und der Ermor­dung wehrlos­er Men­schen — Män­ner, Frauen und Kinder — skru­pel­los nachkom­men oder es zumin­d­est tolerieren.

(6.) Es ist möglich, ein Bewusst­sein zu schaf­fen, in dem Mord für ein pro­bates Mit­tel gehal­ten wird, um soziale oder wirtschaftliche Prob­leme zu lösen. Eine Argu­men­ta­tion­slin­ie zur Entschei­dungs­find­ung für Ver­brechen und deren Imple­men­tierung im gle­ichgeschal­teten Appa­rat ist erzielbar.

(7.) Tech­nis­che Aspek­te des Grauens und zur Umset­zung der Euthanasie im Eugenik-Sinne zur »Volks­ge­sun­dung« waren lös­bar. Es gab schon damals tech­nis­che Möglichkeit­en, eine große Anzahl von Men­schen schnell und weitest­ge­hend unbeobachtet vom Leben zum Tode zu befördern. Voraus­set­zun­gen sind aus­gewählte zen­trale Stan­dorte, die anfänglich mit human­is­tisch wirk­enden Beze­ich­nun­gen getarnt und deklar­i­ert werden.

(8.) Ein­schränkun­gen der per­sön­lichen Frei­heit lassen die Mach­er zu ein­er ver­meintlichen »Volks­ge­sun­dung« auch alle Möglichkeit­en (dik­ta­torischen Instru­mente und Zwangs­maß­nah­men) für jedes andere ökonomis­che Begehren der Prof­i­teure ein­set­zen. Die Frage nach dem »Warum« und »Wer prof­i­tierte«, gibt bei einem Blick auf die Monopol­un­ternehmen der dama­li­gen Welt ziel­sich­er die Antworten. Die Prof­i­trate entschei­det. “Mit entsprechen­dem Prof­it wird Kap­i­tal kühn. 10 Prozent sich­er, und man kann es über­all anwen­den; 20 Prozent, es wird leb­haft; 50 Prozent, pos­i­tiv waghal­sig; für 100 Prozent stampft es alle men­schlichen Geset­ze unter seinen Fuß; 300 Prozent und es existiert kein Ver­brechen, das es nicht riskiert, selb­st auf die Gefahr des Gal­gens” (Quelle: Karl Marx, „Das Kap­i­tal“, Band 1, MEW Bd.23, S.788, Fußnote 250, Marx zitiert den englis­chen Gew­erkschafts­funk­tionär Thomas Joseph Dunning).

(9.) Ein schein­demokratis­ches Parteien­sys­tem lässt sich einzig zum Zweck imple­men­tieren, um demokratis­che Ver­hält­nisse zu sug­gerieren, um in gegen­seit­i­gen Grabenkämpfen als auch Koali­tio­nen den Ein­druck zu erweck­en, der Sou­verän und sein Wohl stände im Fokus aller Bemühun­gen. Das Parteien­sys­tem wird nur bis zu dem Tag benötigt, bis es eine offene Dik­tatur als über­holt auflösen wird. Bis dahin aber wird es für im wach­senden Mil­i­taris­mus benötigte Mit­tel und Schritte sor­gen als auch für eine zunehmende dik­ta­torische Geset­zge­bung bis hin zu ein­er völ­li­gen Überwachung der Masse sowie Kon­trolle von Allem und Jedem.

(10.) Ein Qua­si-Faschis­mus wird in einem antag­o­nis­tis­chen Sys­tem immer entste­hen. Faschis­mus entste­ht nicht los­gelöst vom kap­i­tal­is­tis­chen Sys­tem. Er wird qua­si durch die Akteure mit dem Max­i­mal­prof­it (Monopolka­p­i­tal) und ein von den genan­nten Akteuren imple­men­tierte sowie priv­i­legierte Poli­tis­che Klasse in den Sat­tel getra­gen — so final geschehen am 30.01.1933 als for­male, legale »Machtüber­gabe« an die NSDAP unter Tolerierung der vorge­blich demokratis­chen Parteien (später als Machter­grei­fung der Nation­al­sozial­is­ten beze­ich­net). Es fol­gte das Ermäch­ti­gungs­ge­setz mit dem dem­a­gogis­chen Namen »Gesetz zur Behe­bung der Not von Volk und Reich«. Am 23.03.1933 stimmte der gewählte Reich­stag für das von der Hitler­regierung einge­brachte Gesetz (mit den Stim­men der Regierungskoali­tion aus NSDAP und DNVP sowie von Zen­trum, Bay­erisch­er Volkspartei (BVP) und Deutsch­er Staatspartei). Von diesem Zeit­punkt an lag die Macht voll­ständig und abso­lut in der Hand des Diktators.

(11.) Eine strate­gisch geplante und schle­ichend über­tra­gene ungezügelte Macht (insti­tu­tionell, ökonomisch, poli­tisch, mil­itärisch) wird unweiger­lich ab einem bes­timmten Punkt errun­gene demokratis­che Frei­heit­en ein­schränken und beseit­i­gen sowie sich Step by Step wie selb­stver­ständlich und unumkehrbar des Grauens bedienen.

(12.) Ökonomis­che Grund­la­gen des Grauens, die ein kol­la­bierende Kap­i­tal­is­mus mit sich bringt, sind unab­d­ing­bare Voraus­set­zun­gen für die prak­tis­che Umset­zung — ja sie wen­den sich offen an die eigentlichen faschis­toiden Mach­er und Akteure. Der Faschis­mus ist die Macht des aggres­sivsten Großkap­i­tals selb­st. Die wahrhaft und ökonomisch Herrschen­den brin­gen ihre Hand­langer an die Macht. Beze­ich­nend dafür waren damals die riesi­gen Aus­gaben der SA- und SS-Ver­bände, als Hitler, Göring und Goebbels am 30. Jan­u­ar 1933 in die Regierungs­ge­bäude der Wil­helm­straße ein­zo­gen. Vor 90 Jahren zahlte u.a. das Kohlen­syn­dikat und die Schw­erindus­trie des Monopolka­p­i­tal­is­ten Kir­dorf. Im erweit­erten Kreis befan­den sich als finanzielle Förder­er des Grauenes Drei­hun­dert Rüs­tungsin­dus­trielle und Bankher­ren von Krupp bis Co. aus Deutsch­land bis zu US-Industriellen.

Hitler verkaufte sich den plu­tokratis­chen Konz­ern­her­ren und Monopolka­p­i­tal mit Haut und Haaren — so wie aktuell die Poli­tis­che Klasse Westeuropas.

FRAGE und AUSSICHT

Total­i­taris­tis­ch­er Qua­si-Faschis­mus und neuer Mil­i­taris­mus nah­men den Men­schen der Weimar­er Repub­lik nicht nur das biss­chen Wohl­stand, son­dern auch Lebens­grund­la­gen und Frieden. „Die WELLE“ – ein Film aus dem Jahr 2008 – verdeut­lichte ein­drucksvoll, wie schnell so eine gesellschaftliche Sit­u­a­tion erre­ich­bar ist, in dem die Men­schen ihr Fell selb­st zum Schlächter tra­gen. Ein Lehrer startete im Film ein Exper­i­ment mit seinen Schülern, um die Entste­hung ein­er Dik­tatur zu verdeut­lichen. Die Fic­tion vor einem his­torischen Hin­ter­grund wurde schein­bar schnell zur Realität.

Die Frage lautet: Begann es wirk­lich erst mit den Ereignis­sen im Jahr 1939? Im Suchen nach der Antwort sehen wir — das Grauen hat­te seine Vorgeschichte. Alles begann banal — “es wird nicht so schlimm”. Und es begann in einem Sys­tem — einem Sys­tem des kol­la­bieren­den Kap­i­tal­is­mus, dem die rel­a­tiv­en demokratis­chen Frei­heit­en der Weimar­er Repub­lik ein Dorn im Auge waren.

Han­nah Arendt (†1975, jüdis­che deutsch-US-amerikanis­che poli­tis­che The­o­retik­erin und Pub­lizistin) forderte ein “Denken ohne Gelän­der”. Denken auch wir nicht nur in den geset­zten Gren­zen zu ein­er Braunen Uni­form der Nation­al­sozial­is­ten. Denken wir vielmehr daran, dass sich Uni­for­men ändern oder nicht wie Uni­for­men ausse­hen. Denken wir daran, dass ein Streben nach Max­i­mal­prof­it immer Kriege und Ver­brechen begrün­den wird.

Wie Alles begann?

Mit der “Die Banal­ität des Bösen”! Hier und im zugrunde liegen­den Sys­tem liegen die Ele­mente und Ursprünge total­itär­er Herrschaft. Es gilt aber, das Böse nicht als unabän­der­lich klein zu reden.

Hin­ter dem Bösen steckt ein Sys­tem, das ganz real Akzente set­zt und im Hin­ter­grund bit­ter­böse wirkt — sich mehr und mehr ent­lar­vend, je mehr es sich der Macht sich­er ist.

Die fatale Macht des Total­i­taris­mus schwebt seit der Indus­tri­al­isierung und zunehmenden Konzen­tra­tion des Kap­i­tals (Monopol­bil­dung, Zen­tral­i­sa­tion, Kartell­bil­dung, Aufhe­bung Konkur­ren­zkampf, ungeah­nte Macht für Oli­garchen, pri­vatkap­i­tal­is­tis­che Vere­in­nah­mung Schlüs­selin­dus­trien mit gesellschaftlich­er Stel­lung) über der Men­schheit wie ein Damoklesschwert.

Um nicht zu vergessen — über Allem und zu jedem his­torischen Vor­gang ste­hen immer die Fra­gen nach dem Warum und Wer den Nutzen aus Etwas zieht.

Diese 2 triv­ialen Fra­gen wer­den zuver­läs­sige Antworten liefern — auch zu Vorgän­gen der Gegen­wart und der Frage, was zu tun ist.

www.wolle-ing.de

LITERATUR UND QUELLEN

Götz Aly (Hrsg.): Aktion T4: 1939–1945. Die „Euthanasie“-Zentrale in der Tier­garten­straße 4. 2., erweit­erte Auflage, Edi­tion Hen­trich, Berlin 1989, ISBN 3–926175-66–4.

https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Action_T4?uselang=de

https://www.gedenkort-t4.eu/de

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1 Gedanke zu „Euthanasie in der NS-Diktatur

  1. Da sehe ich eine Wiederge­burt der Idee von den Nazis. Alte Denkweisen, durch die Nich­taus­rot­tung der alten Nazis und deren Helfer­shelfer nach den 2.Weltkrieg in Deutsch­land, kön­nten ihr Gedankengut neu for­mulieren und umset­zen. In den Gericht­en und Ver­wal­tun­gen — Mitläufer und Nazis. Das RKI — eine alte Nazi­in­sti­tu­tion, die sich mit den The­ma schon immer befasst hat­te. Mein­er Mei­n­ung nach war die DDR das bessere Deutsch­land, was ver­suchte aus den Fehlern zu lernen.

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